Rekordgewinn Renault düpiert die Konkurrenz

Während Konkurrenten wie Volkswagen, Opel und Ford schwer kämpfen mussten, hat der französische Autobauer Renault im vergangenen Jahr einen Rekordgewinn eingefahren. Besonders die Beteiligung an Nissan erwies sich als Goldgrube. Für 2005 ist Renault allerdings wenig zuversichtlich – der Ölpreis könnte den Autoabsatz ausbremsen.

Paris - Seine Beteiligung am japanischen Autobauer Nissan  und eine kräftige Rentabilitätssteigerung haben dem französischen Autokonzern Renault  2004 einen Rekordgewinn beschert. Der Überschuss stieg von 2,48 Milliarden auf 3,55 Milliarden Euro und damit um fast 300 Millionen Euro mehr als vom Markt erwartet.

Gleichzeitig kletterte der Umsatz dank kräftiger Zugewinne in der Türkei und Osteuropa um 8,4 Prozent auf 40,7 Milliarden Euro. An die Aktionäre wird Renault für 2004 eine Dividende in Höhe von 1,80 Euro je Aktie ausschütten. Im Jahr 2003 hatte sie noch 1,40 Euro betragen.

Als Goldgrube erwies sich erneut der japanische Autobauer Nissan, an dem Renault mit 44,4 Prozent beteiligt ist. Nissan trug 2,2 Milliarden Euro zum Gewinn bei. Gleichzeitig verbesserte Renault jedoch auch die operative Marge um eine Milliarde Euro. Die Qualität sei gesteigert, die Modellpalette verjüngt und die Durchdringung fremder Märkte verstärkt worden, sagte Konzernchef Louis Schweitzer auf seiner letzten Pressekonferenz. Schweitzer wird in diesem Jahr von Renaults Nissan-Sanierer Carlos Ghosn abgelöst.

Der Fahrzeug-Absatz sei 2004 um 4,2 Prozent auf 2,49 Millionen Einheiten gestiegen, teilte Renault mit. Der Konzernerlös stieg deshalb um 8,5 Prozent auf 40,72 Milliarden Euro. Auch mit dem Umsatz lag Renault über der Konsensschätzung der Beobachter von 40,36 Milliarden Euro.

Die Aktie des Autoherstellers reagierte allerdings zunächst mit Verlusten auf die Vorlage der Bilanzzahlen, bevor sie am Vormittag dann ins Plus drehte. Denn für das laufende Jahr 2005 gab Renault einen verhaltenen Ausblick: So dürfte der Konzern zwar von seinen neuen Modellen profitieren. Wegen hoher Rohstoffpreise und des eher schleppenden Marktes werde mit einer operativen Marge "über 4 Prozent" gerechnet. Dabei sind die Bilanzierungsregeln IFRS zugrunde gelegt, auf die der Konzern nun umstellt. Der europäische Gesamtmarkt dürfte in diesem Jahr nach Einschätzung des Unternehmens stagnieren.