Citigroup Klassisches Eigentor

Der Skandal um mögliche Manipulationen am Anleihenmarkt schlägt der Citigroup offenbar aufs Geschäft. Medienberichten zufolge wollen einige Staaten die Bank künftig nicht mehr an Konsortien für die Emission von Anleihen beteiligen. Der Marktanteil der Bank in diesem Geschäftsfeld ist eingebrochen.

New York - Das Vertrauen der Kunden in die weltgrößte Bank Citigroup  hat angesichts des Skandals um mögliche Manipulationen im Anleihegeschäft offenbar großen Schaden genommen. Im Geschäft mit Staatsanleihen verzeichnet die Bank mittlerweile herbe Einbrüche.

Nach Angaben des "Handelsblatts" sank der Marktanteil der Citigroup im Geschäft mit über Konsortialbanken platzierten Anleihen von Anfang August bis Ende Januar auf 0,3 Prozent. Ein Jahr zuvor hatte er noch bei 5,7 Prozent gelegen.

Offenbar, so das Blatt, hätten zahlreiche europäische Staaten beschlossen, die Citigroup an solchen Konsortien vorerst nicht mehr zu beteiligen. Hinter vorgehaltener Hand heiße es bei den für den Kapitalmarktauftritt der Länder verantwortlichen Managern in Spanien, Italien und Portugal, die Citigroup sei "aus dem Geschäft", schreibt das "Handelsblatt".

Unterdessen drängt die Europäische Zentralbank (EZB) auf eine gründliche Untersuchung der umstrittenen Anleihegeschäfte. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet sagte, die Zentralbank habe ein enormes Interesse, dass die Märkte fair und korrekt funktionierten.

Als späte Reaktion auf die Vorwürfe hat die weltgrößte Bank inzwischen offenbar erste personelle Konsequenzen gezogen. Nach Informationen von aus Bankkreisen sind sechs der an den Anleihegeschäften beteiligten Händler beurlaubt worden. Ein Sprecher der Bank wollte dies nicht kommentieren.