Ryanair Analysten hatten Schlimmeres erwartet

Europas führender Billigfluganbieter hat im dritten Quartal einen Gewinneinbruch verbucht, der aber deutlich geringer ausfiel, als von Analysten erwartet worden war. Konzernlenker Michael O'Leary wagt dennoch nur einen verhaltenen Geschäftsausblick.

London - Beim irischen Billigflieger Ryanair  ist der Gewinn trotz steigender Passagierzahlen im dritten Geschäftsquartal vor allem wegen höherer Kosten um 26 Prozent abgesackt. Der Ausblick für das Ende März auslaufende vierte Fiskalquartal sei "vorsichtig", sagte Vorstandschef Michael O'Leary am Montag in London. Er rechnet mit einem Anstieg der Renditen von fünf Prozent.

Das Wachstum sei allerdings weniger auf eine Preiserholung zurückzuführen als auf einen langsameren Anstieg der Kapazitäten und die frühen Osterfeiertage. Zudem sei das Vorjahresquartal besonders schwach gewesen, sagte O'Leary. Damals seien die durchschnittlichen Flugpreise um 22 Prozent eingebrochen. Die Treibstoffpreise seien besser als ursprünglich vorhergesagt. Gleichzeitig schwäche sich das britische Pfund zusehends ab.

Der Netto-Gewinn ist den Unternehmensangaben zufolge um 15,8 Prozent auf 34,5 Millionen Euro gesunken von 40,96 Million Euro im Vorjahreszeitraum. Analysten hatten im Schnitt nur 20,7 Millionen Euro Gewinn und damit einen Rückgang um 49 Prozent erwartet. Im gesamten Geschäftsjahr rechnet Ryanair-Finanzchef Howard Millar mit einem Nettogewinn von 246 Millionen Euro. "Wir werden unsere Prognose fürs Gesamtjahr anheben", sagte Millar Reuters in einem Telefon-Interview. Die eigene Prognose des Unternehmens hatte bei 200 Millionen gelegen.

Die Börse reagierte auf die Ankündigung positiv. Im Londoner Handel schnellte die Aktie bis gegen 10.00 Uhr um 7,84 Prozent auf 6,33 Euro hoch. Am Morgen hatten sie zeitweise etwa 10 Prozent zugelegt.

Weiterhin hoher Ölpreis

Die Buchungen für das laufende vierte Geschäftsquartal zeigten, dass der Flugverkehr im Rahmen der Erwartungen wachse. Gleichzeitig rechnet Ryanair damit, dass die Treibstoffkosten in den Monaten Januar bis März um 5 Millionen Euro geringer seien als zuvor erwartet. Die Fluggesellschaft werde aber angesichts der weiterhin hohen Ölpreise ihre Absicherungs-Politik fortführen. Ryanair sei im vierten Quartal fast zu 100 Prozent mit einem Durchschnittspreis von 41 Dollar für ein Barrel Öl abgesichert. Darüber hinaus bestehe noch keine Absicherung.

Im dritten Geschäftsquartal steigerte das Unternehmen seine Passagierzahlen um 13 Prozent auf 6,9 Millionen. Der Umsatz kletterte um 15 Prozent auf 294,4 Millionen Euro. Der Überschuss dagegen sank auf 35 Millionen Euro nach 47,5 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Die Stückkosten seien um 26 Prozent gestiegen, zudem seien die Wartungskosten höher gewesen. Trotz des härteren Wettbewerbs liege die Rendite auf ähnlichem Niveau wie im vergangenen Jahr und über den eigenen Erwartungen.