Lanxess Erster Kurs bei 15,75 Euro

Die Aktien des Chemiekonzerns Lanxess werden seit heute an der Börse gehandelt. Den ersten Kurs stellten die Makler mit 15,75 Euro fest, anschließend gab das Papier nach. Das Bayer-Spin-Off ist nach eigenen Angaben Branchendritter in Deutschland – und steht vor großen Herausforderungen.

Frankfurt am Main/Leverkusen - Mit dem Börsendebüt der Bayer-Abspaltung  Lanxess  an diesem Montag hat ein schwergewichtiger Chemiekonzern den Kapitalmarkt betreten. Hinter der BASF  und Degussa  sieht sich das Leverkusener Unternehmen mit rund 20 000 Beschäftigten und mehr als 6 Milliarden Euro Umsatz als die Nummer drei auf dem deutschen Markt.

Am vergangenen Freitag war die Abspaltung der ehemaligen Bayer- Chemie- und Kunststofftochter ins Handelsregister eingetragen worden. Damit setzte Bayer zugleich einen Schlussstrich unter den größten Umbau des Unternehmens in der Firmengeschichte.

Allerdings sammelt Lanxess kein frisches Geld an der Börse ein. Die Trennung von Bayer erfolgt als ein so genannter Spin-off. Das heißt, die Bayer-Aktionäre bleiben zunächst Eigentümer von Lanxess. Sie bekamen am Morgen für 10 Bayer-Aktien einen Anteilsschein an dem neuen Unternehmen ins Depot eingebucht. Daraus ergab sich ein erster Kurs von 15,75 Euro, der damit am oberen Ende der Prognosen lag.

Wie von vielen Börsianern erwartet geriet das Papier anschließend unter Verkaufsdruck, weil Anteilseigner sich von der Lanxess-Aktie trennten. Kurz nach der Erstnotiz kostete die Aktie noch 14,74 Euro.

Unterdessen steht Lanxess-Vorstandschef Axel Heitmann vor großen Herausforderungen. Das neue Chemieunternehmen, das in den Sparten Kautschuk, hochwertige Kunststoffe, Fein- und Spezialchemie tätig ist, muss das Unternehmen in den kommenden Jahren profitabler und für Anleger attraktiver machen. Operativ schrieb der Konzern in den ersten drei Quartalen 2004 zwar wieder schwarze Zahlen von 76 Millionen Euro. Unter dem Strich stand bei Lanxess aber immer noch ein Verlust von 8 Millionen Euro.

Heitmann kündigte in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" ein weiteres Sparprogramm an. "Alle Geschäfte, alle Standorte kommen auf den Prüfstand", sagte Heitmann dem Blatt. Im Sommer werde die Planung abgeschossen sein. Zudem müsse das Unternehmen die Personalkosten in Deutschland weiter senken - über das bereits beschlossene Sparpaket von 20 Millionen Euro hinaus. Der Vorstand werde dabei mit gutem Beispiel voran gehen und auf Gehalt verzichten.