Norddeutsche Affinerie Ertragswende geschafft

Europas größte Kupferhütte hat im ersten Quartal bei weiter hohen Kupferpreisen den Umsatz deutlich gesteigert und ist in die Gewinnzone zurückgekehrt. Der Ausblick auf das Gesamtjahr stimmt optimistisch.

Hamburg - Die Norddeutsche Affinerie (NA)  hat im ersten Geschäftsquartal von der weltweit kräftigen Nachfrage profitiert und das Ergebnis deutlich gesteigert. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) sei von minus sieben auf plus zwölf Millionen Euro geklettert, teilte der weltgrößte Kupferrecycler am Montag in Hamburg mit.

Alle Konzerngesellschaften hätten positive Ergebnisbeiträge geliefert. Auch für das laufende Geschäftsjahr zeigte sich die im MDax  notierte Gesellschaft optimistisch.

In den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres (Oktober bis Dezember) legte der Umsatz von 472 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 666 Millionen Euro zu. Unterm Strich kletterte das Konzernergebnis von minus fünf auf plus sieben Millionen Euro. Das entsprach 0,21 (minus 0,14) Euro je Aktie.

Das Ergebnis nach Steuern und Zinsen (EBIT) erhöhte sich von minus vier auf plus 15 Millionen Euro. Im Vorjahr hatten Sondereffekte auf den Ergebnissen gelastet. Im Oktober 2003 stand die Kupferkonzentrat-Verarbeitung wegen Kapazitätserweiterungen still.

Optimistischer Ausblick

Auch für das laufende Geschäftsjahr 2004/2005 zeigte sich die NA weiter optimistisch. Die Nachfrage nach Kupferprodukten sei nach wie vor hoch und auch die guten Ergebnisbeiträge dauerten an. Der Kupferpreis liege weiter auf hohem Niveau. Auch in den nächsten Monaten sei ein Anhalten der günstigen Tendenz zu erwarten.

"Der Kupferpreisboom, der 2004 eingesetzt hat, wird anhalten, womöglich über Jahre", sagte Vorstandschef Werner Marnette am Montag in Hamburg. Getrieben von der hohen Nachfrage aus China sowie dem steigenden Bedarf in Europa und Nordamerika werde der Preis auf absehbare Zeit nicht nachgeben.

Marnette erwartet für das Gesamtjahr einen weltweiten Anstieg der Kupfernachfrage um 4 Prozent. Dabei dürfte auch in Europa die bereits auf hohem Niveau liegende Kupfernachfrage 2005 weiter zunehmen. Darüber hinaus kündigte der Konzern an, dass die Internationalisierung des Geschäfts mit Nachdruck verfolgt werde.

Kräftige Preisschwankungen bei Kupfer

Die Kupferknappheit dürfte auch im Jahr 2005 bei guter Nachfrage anhalten, hieß es. Das erste Quartal sei bei starken Kursschwankungen von einem unverändert hohen Preisniveau gekennzeichnet gewesen. Die Kupfernotierung sei von 3287 US-Dollar je Tonne im Oktober, ein 15-Jahres-Hoch, innerhalb von wenigen Tagen um 13 Prozent auf 2860 Dollar je Tonne gesunken.

Die NA stellt aus Kupfererz reines Kupfer her und verarbeitet es weiter zu Produkten, die von anderen Industriefirmen gebraucht werden, zum Beispiel in der Auto-, Elektro- und Bauindustrie.

Der Aktienmarkt reagierte auf die Zahlen kaum. Im frühen Handel notierte das Papier nahezu unverändert bei 15,10 Euro. Die Ergebnisse fielen auf den ersten Blick vor allem auf der Umsatzseite positiv aus, wie ein Händler sagte. Zudem habe Europas größte Kupferhütte einen guten Ausblick gegeben.