Deutsche Bank Ackermann hält am Gewinnziel fest

Vorstandschef Josef Ackermann hat das Gewinnziel der Deutschen Bank für 2005 bekräftigt. Derzeit sieht er das Institut weder als Übernahme- noch als Fusionkandidat. Dafür sei die Bank noch nicht attraktiv genug bewertet.

Frankfurt - Trotz der Skepsis von Analysten hält die Deutsche Bank  weiterhin an ihrem ehrgeizigen Gewinnziel für 2005 fest. "Wir sehen gute Chancen, das in diesem Jahr zu schaffen", sagte Vorstandssprecher Josef Ackermann der "Welt am Sonntag".

Deutschlands größtes Finanzhaus will demnach eine Eigenkapitalrendite von 25 Prozent vor Steuern erwirtschaften. Für 2004 erwarten Analysten trotz Aufwendungen für einen erneuten Stellenabbau im In- und Ausland den höchsten Gewinn seit vier Jahren, der aber voraussichtlich noch deutlich unter dem für das laufende Geschäftsjahr angepeilten Ziel liegen wird. An kommenden Donnerstag will die Deutsche Bank auf ihrer Bilanz-Pressekonferenz die Geschäftszahlen für das vergangene Jahr vorlegen.

"Weder Übernahme- noch Fusionskandidat"

Wie Ackermann weiter erklärte, sieht er sein Institut derzeit weder als Kandidaten für eine feindliche Übernahme noch für eine Großfusion. Die Deutsche Bank werde organisch wachsen und deshalb auch in drei Jahren noch unabhängig sein. "Eine feindliche Übernahme kann ich mir nicht vorstellen. Und eine Fusion steht im Moment nicht auf dem Programm", sagte Ackermann der Zeitung weiter. Die Bank sei noch nicht so interessant bewertet, dass im Interesse der Aktionäre an eine Übernahme oder einen Zusammenschluss zu denken sei.

Vorstand verteidigt Jobabbau

Zugleich verteidigte der Vorstandschef den geplanten Abbau von per saldo 1920 Stellen in Deutschland, womit das Institut die Mitarbeiterzahl bis Ende nächsten Jahres hier zu Lande auf rund 25.400 senken will. Der Bankchef sagte, es stehe "außer Frage, dass wir unsere Kosten weiter senken müssen".

Es wird davon ausgegangen, dass im Bereich Corporate and Investment Bank weitere gut 2000 Banker gehen müssen, der Großteil davon in den Abwicklungsbereichen. Zudem könnten in der Vermögensverwaltung mehr als 1000 Stellen zur Disposition stehen. Die Kostenmaßnahmen dienen dem Ziel Ackermanns, 2005 endlich die angestrebte Eigenkapitalrendite vor Steuern von 25 Prozent zu erreichen. Davon war das Institut mit zuletzt 20 Prozent aber noch weit entfernt.

Erneutes Bekenntnis zum Standort Deutschland

Ackermann wiederholte seine Aussage, dass die Bank an Frankfurt als Sitz festhalte. "Vorstand und Aufsichtsrat sind sich völlig einig, dass die Deutsche Bank in Deutschland bleiben sollte", sagte Ackermann. Allerdings müssten Politik und Wirtschaft daran arbeiten, Deutschland als Konzern-Standort im internationalen Wettbewerb attraktiver zu gestalten.

"Alle wollen, dass wir so groß wie die Citigroup  werden. Zugleich wünschen sie, dass wir den Wachstumssprung aus Deutschland heraus leisten", sagte der Schweizer. Ackermann beklagte in diesem Zusammenhang Standortnachteile für sein Kreditinstitut in Deutschland: "Säße diese Bank etwa in der Schweiz, müssten wir weniger Vorsteuerrendite schaffen, um auf dieselbe Nachsteuerrendite zu kommen."