"Risiken vom Tisch" HVB rechnet mit Milliardengewinn

HypoVereinsbank-Chef Dieter Rampl sieht nach der Milliarden-Abschreibung auf riskante Immobilienkredite die Schieflage der Bank überwunden. Er rechnet für das laufende Jahr mit einem Gewinn in Milliardenhöhe.

Frankfurt/München - Nach einem abschreibungsbedingten Verlust im vergangenen Jahr rechnet die Münchner Großbank HVB  für 2005 einem Zeitungsbericht zufolge wieder mit einem Milliardengewinn. "Ich erwarte für das laufende Jahr, dass wir mindestens die Kapitalkosten verdienen", sagte Bankchef Dieter Rampl der "Welt am Sonntag". Dies entspreche einem Gewinn von mindestens einer Milliarde Euro, heißt es in dem Bericht.

Die zweitgrößte deutsche Bank hatte zuletzt Abschreibungen von 2,5 Milliarden Euro auf Not leidende Immobilienkredite angekündigt, wodurch für 2004 erneut ein hoher Verlust anfällt. Analysten äußerten die Hoffnung, dass die HVB (HypoVereinsbank)nach mehreren bösen Überraschungen nun keine weiteren Wertberichtigungen mehr benötige.

HVB-Chef Rampl machte deutlich, dass die Bank ihre Probleme mit Immobilienkrediten überwunden sieht. "Wenn die Preise für Immobilien nicht noch einmal dramatisch einbrechen, womit ich nicht rechne, sind jetzt alle Risiken vom Tisch", sagte er der Zeitung.

Die HVB hatte entschieden, Problemkredite von 15 Milliarden Euro, für die die Bank etwa keine Zins- oder Tilgungszahlungen mehr erhält, in einer Restrukturierungseinheit zu bündeln und neu zu bewerten. Das Kreditportfolio soll möglichst schnell und ohne weitere Verluste an spezialisierte Investoren verkauft werden. "Die Gespräche mit Private-Equity-Firmen über einen Verkauf unserer Kredite laufen auf Hochtouren", zitierte die Sonntagszeitung nun einen namentlich nicht genannten HVB-Vorstand.

Rampl verwies zugleich auf die Abhängigkeit der deutschen Banken von der allgemeinen konjunkturellen Entwicklung. "Wenn die Weltwirtschaft überraschend einbricht, womit ich nicht rechne, oder Deutschland im laufenden Jahr ein Wirtschaftswachstum von 1,5 Prozent unterschreitet", kämen die hiesigen Institute in Schwierigkeiten, sagte er dem Blatt zufolge. Die Wachstumsschätzungen von Volkswirten für 2005 reichen von 0,8 bis 2,0 Prozent.

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