US-Konjunktur Handelsdefizit kühlt Wachstum ab

Das Wirtschaftswachstum in den USA hat sich im vierten Quartal überraschend deutlich abgekühlt. Schuld ist das immense Handelsbilanzdefizit. Auch der schwache Dollar dessen Bremswirkung nicht mehr ausgleichen.

Washington - Wie das Handelsministerium nach einer vorläufigen Auswertung mitteilte, stieg das US-Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 3,1 Prozent. Volkswirte hatten im Durchschnitt mit einem Wachstum von 3,6 Prozent gerechnet. Grund für die deutliche Abschwächung war vor allem das enorme Handelsbilanzdefizit. Der Eurokurs legte zeitweise deutlich zu und die Rentenmärkten bauten ihre Tagesgewinne aus.

Damit hat die weltgrößte Volkswirtschaft im Winter deutlich an Dynamik eingebüßt. Im Sommer war das BIP auf das Jahr hochgerechnet noch um 4,0 Prozent gewachsen. Trotz der Wachstumsabschwächung zum Jahresende wuchs die US-Wirtschaft aber im Gesamtjahr 2004 mit 4,4 Prozent so kräftig wie seit dem Jahr 1999 nicht mehr.

Konsum und Investitionen waren erneut die konjunkturellen Triebkräfte. Trotz des schwachen Dollar dämpfte das enorme Handelsbilanzdefizit das Wachstum im Schlussquartal um 1,7 Prozentpunkte. Für das laufende erste Quartal 2005 rechnen Volkswirte mit einem Wirtschaftswachstum von 3,3 Prozent.

Die Konsumausgaben stiegen im Berichtszeitraum nur noch um 4,6 Prozent (drittes Quartal plus 5,1 Prozent). Auch das Wachstum der Unternehmensinvestitionen (plus 10,3 nach plus 13 Prozent) verlangsamte sich deutlich.

Die Kernrate des Verbraucherpreisindex stieg im Berichtszeitraum um 1,6 Prozent. Der Preisdeflator erhöhte sich um 2,5 Prozent. Im Gesamtjahr 2004 lag die Kernrate ebenfalls bei plus 1,6 Prozent.

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