Deutsche Bank Ackermann hakt viertes Quartal ab

600 Millionen Euro an Restrukturierungskosten wird die Deutsche Bank im vierten Quartal 2004 verbuchen. Das Schlussquartal hat Vorstandschef Ackermann damit abgehakt, könnte sein ambitioniertes Ziel jetzt aber etwas leichter erreichen.

Frankfurt - Der umfangreiche Umbau der Deutschen Bank  wird dem Konzern das Ergebnis im vierten Quartal 2004 verhageln und im Schlussquartal rund 600 Millionen Euro kosten. Trotzdem erwartet die Bank für den Zeitraum von Oktober bis Dezember noch schwarze Zahlen.

"Im vierten Quartal 2004 berücksichtigte die Bank Aufwendungen in Höhe von circa 0,6 Milliarden Euro vor Steuern für die organisatorische Weiterentwicklung und andere Effizienzmaßnahmen", teilte die Bank am Freitag überraschend mit. Rund 0,5 Milliarden Euro davon seien Abfindungen und andere Personalkosten, der Rest entfalle auf ungenutzte Bürofläche.

Die Aktien der Deutschen Bank  gaben in Reaktion auf die Nachricht nur kurzzeitig einen Teil ihrer Kursgewinne ab, notierten dann aber wieder als stärkster Wert im Dax mit rund zwei Prozent im Plus bei 66,40 Euro. "Die Belastungen sind weitgehend Vergangenheitsbewältigung. Das wird für das vierte Quartal gebucht und das war es. Es gibt keine strukturellen Probleme dabei und wohl auch keine bleibenden Schäden für 2005", sagte ein Händler. Analysten sehen das ähnlich und sprachen von einem erwarteten Schritt, um unbelastet in das neue Jahr starten zu können und "endlich" 25 Prozent Eigenkapitalrendite vor Steuern zu schaffen.

Bei der Vorlage der Neun-Monatszahlen Ende Oktober hatte Finanzvorstand Clemens Börsig noch gesagt, er könne Restrukturierungskosten nicht ausschließen, es sei aber nichts Dramatisches zu erwarten.

25 Prozent Eigenkapitalrendite im Blick

Nach neun Monaten war Deutschlands größtes Kreditinstitut auf einen Netto-Gewinn von 2,27 Milliarden Euro gekommen. Die Eigenkapitalrendite sank auf 20 Prozent von 21 Prozent nach dem ersten Halbjahr. Bankchef Josef Ackermann verschlankt das Investmentbanking und das Firmenkundengeschäft dramatisch, installierte in der Vermögensverwaltung eine neue Führungsriege und gab Jürgen Fitschen die Verantwortung für das Deutschland-Geschäft. In Deutschland sollen bis Ende nächsten Jahres netto 1920 Stellen wegfallen und dann nur noch gut 25.410 Mitarbeiter hier zu Lande beschäftigt sein.

Zum Ende September beschäftigte die Deutsche Bank im Konzern 65.374 Mitarbeiter, davon 27.330 in Deutschland. Zum Amtsantritt von Vorstandssprecher Josef Ackermann im Mai 2002 hatte das Institut noch rund 85.000 Vollzeitkräfte.

Weitere Stellenstreichungen möglich

Bisher wird davon ausgegangen, dass auch in der von Anshu Jain und Michael Cohrs geführten Corporate and Investment Bank mehr als 2000 Banker gehen müssen, der Großteil davon in den Abwicklungsbereichen. In Bankenkreisen hieß es zuletzt, auch in der von Kevin Parker geleiteten Vermögensverwaltung könnten ebenfalls mehr als 1000 Stellen zur Disposition stehen.

Alles dient nur einem Ziel: 2005 soll vor Steuern endlich eine Eigenkapitalrendite von 25 Prozent erreicht werden. Davon war das Institut mit 20 Prozent nach neun Monaten noch entfernt. Das Schlussquartal hat die Bank nun offenbar mit Absicht abgehakt, damit Ackermann eine bessere Ausgangsposition für 2005 hat.

Analysten sind aber weiter skeptisch: "Ich habe da meine Bedenken und die Deutsche Bank offenbar auch, sonst hätte sie nicht die Restrukturierung vorgenommen", sagte Dieter Hein von Bankenanalyst von FaiResearch.

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