ifo-Analyse Bauwirtschaft Ost vor langer Konsolidierung

Erst im Jahr 2015 werden die ostdeutschen Bauinvestitionen Westniveau erreichen.

München - Die ostdeutsche Bauwirtschaft steht nach Einschätzung des ifo-Institus vor einer langen Konsolidierungsphase. In einer Langfrist-Analyse kam das Wirtschaftsforschungsinstitut zu dem Schluß, daß sich die ostdeutschen Bauinvestitionen bis zum Jahr 2008 auf knapp 81 Milliarden Mark - in Preisen von 1991 - und damit um 26 Milliarden Mark gegenüber 1997 verringern werden. Die "Beruhigungsphase", die nach den extrem schwierigen Anpassungsjahren 1998 und 1999 zu erwarten sei, werde nur von kurzer Dauer sein.

Bis sich die ostdeutschen Bauinvestitionen in etwa dem Niveau der alten Bundesländer angeglichen haben, wird es nach ifo-Angaben bis zum Jahr 2015 dauern - also 25 Jahre nach der Wiedervereinigung. Früher hatte das Institut diesen Zeitpunkt für das Jahr 2010 erwartet. Nunmehr gehen die Experten aber davon aus, daß der gesamtwirtschaftliche Anpassungsprozeß in Ostdeutschland auf westdeutsches Niveau deutlich länger laufen wird als bislang angenommen.

Die Bauinvestitionen in Westdeutschland dürften laut Ifo bis 2015 auf 315 Milliarden DM gegenüber 287,2 Milliarden DM in 1997 zunehmen. Dies sei nur ein minimales Wachstum von durchschnittlich knapp 0,7 Prozent im Jahr.

Insgesamt erwartet ifo für den ostdeutschen Bau einen "lang anhaltenden Konsolidierungsprozeß". Das Institut warnte aber davor, dies zum Anlaß für neue umfangreiche Förderungsprogramme zu nehmen. Es empfahl vielmehr, den anstehenden Prozeß der Nachfrageberuhigung nur über zielgerichtete Fördermaßnahmen "abzufedern". Die für die nächsten Jahre geplanten Maßnahmen dürften hierfür zunächst ausreichen.

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