Lanxess Am 31. Januar an die Börse

Die Bayer AG wird ihr ausgegliedertes Chemieunternehmen Lanxess voraussichtlich am 31. Januar 2005 an die Börse bringen. Der entsprechende Börsenzulassungsprospekt sei bei der Frankfurter Wertpapierbörse eingereicht worden, teilte der Pharma- und Chemiekonzern mit.

Düsseldorf/Leverkusen - Die deutsche Chemiebranche wird in einem Monat wie erwartet mit einem weiteren Schwergewicht an der Börse vertreten sein. Das neue Unternehmen Lanxess soll am 31. Januar am Frankfurter Aktienmarkt auf den Kurszettel kommen, wie der bisherige Mutterkonzern Bayer  am Mittwoch bekannt gab. Er hat im Zuge einer Neuausrichtung den überwiegenden Teil seines Chemiegeschäfts und zwei Drittel der Aktivitäten im Bereich Polymere in Lanxess gebündelt und abgespalten. Das junge, international tätige Unternehmen gilt als Kandidat für den MDax . Es hat ein umfangreiches Spar- und Umbauprogramm vor sich, um rentabler zu werden.

Die Abspaltung der Lanxess AG von Bayer, die im November von den Aktionären des Leverkusener Dax-Konzerns gebilligt worden war, soll am 28. Februar ins Handelsregister eingetragen werden. Drei Tage später ist dann die Erstnotiz der neuen Aktie geplant. Die Anteilseigner von Bayer bekommen für jeweils zehn Aktien bekanntlich ein Papier von Lanxess zugeteilt. Ausschlaggebend ist der Depotbestand am Abend des Tages der Registereintragung.

Operativ tätig ist die ebenfalls in Leverkusen ansässige Lanxess AG bereits seit Juli. Sie ist mit rund 20.000 Mitarbeitern an 52 Standorten rund um den Globus vertreten und stellt in vier Geschäftsfeldern mehr als 5000 Produkte her. Mit einem Pro-forma-Umsatz von 5 (Vorjahr: 4,8) Milliarden Euro sieht sich das Unternehmen als sechstgrößter börsennotierter Chemiekonzern in Europa. In Deutschland kommt es auf den dritten Platz. Sein Vorstandsvorsitzender Axel Heitmann hat den Investoren eine zweistellige Rendite versprochen.

Um das Renditeziel zu erreichen, hat Heitmann eine Bereinigung der Produktpalette in Aussicht gestellt. Alle Geschäftsprozesse sollen demnächst auf den Prüfstand. Im Personalbereich sind allein 2005 Einsparungen von rund 20 Millionen Euro geplant. Außerdem will Heitmann die hohen Schulden von 1,1 Milliarden Euro verringern. Die bisherige Mutter Bayer, die mit Lanxess ihre mehr als hundert Jahre alten Wurzeln kappt, hat ihren Schwerpunkt jetzt in den Bereichen Gesundheit, Ernährung und hochwertige Materialien.

von Stefan Paul Mechnig, Dow Jones Newswires

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