US-Lagervorräte enttäuschen Ölpreis steigt wieder

Nach den jüngsten US-Heizölvorratsdaten haben die Ölpreise am Mittwoch wieder angezogen. Zum Winterbeginn liegen die gemeldeten Reserven deutlich unter denen im Vorjahr.

London - Als Grund für die Verteuerung nannten Händler das nur langsame Wachstum der Lagerbestände. Dies ließ erneut Befürchtungen vor Versorgungsengpässen in der Wintersaison aufkommen. Zuvor waren die Preise für Rohöl auf ihre niedrigsten Stände seit Mitte Juli gefallen, nachdem Saudi-Arabien die Notwendigkeit einer Kürzung des Angebots durch die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) in Frage gestellt hatte.

Der Future auf ein Barrel (knapp 159 Liter) der führenden Nordseesorte Brent zur Lieferung im Januar legte in London bis zum Abend um 48 Cent auf 38,75 Dollar zu. Das Barrel US-Leichtöl zur Auslieferung im Januar verteuerte sich um 39 Cent auf 41,85 Dollar.

In der Woche zum 3. Dezember stieg Regierungsangaben zufolge der Vorrat an Erdölprodukten in den USA um rund 1,4 Millionen Barrel und lag damit in etwa so hoch wie erwartet. Allerdings ergab sich bei den wichtigen Vorräten an Heizöl nur ein Plus von 100.000 Barrel, wodurch das Gesamtniveau rund 13 Prozent unter dem Vorjahresstand lag.

Saudiarabischer Ölminister gibt Entwarnung

Am Vormittag hatte sich nach Äußerungen des saudiarabischen Ölministers Ali al-Naimi der seit Wochen anhaltende Rückgang der Ölpreise noch fortgesetzt. Al-Naimi sagte, Saudi-Arabien werde im Januar weiter mehr Öl fördern als in den Quoten festgeschrieben, so lange Käufer danach verlangten. Die Haltung des Golfstaats gilt als entscheidend in der Opec, da er der weltgrößte Öl-Förderer ist.

"Der Winter kommt und unser angestrebtes Preisband liegt immer noch bei 22 bis 28 Dollar. Warum sollten wir also etwas unternehmen", sagte der saudiarabische Ölminister zwei Tage vor einem Opec-Treffen in Kairo. "Der Opec-Ölsortenkorb kostet immer noch 33 Dollar und der Winter im Nordosten (der USA) hat noch nicht einmal begonnen." An den Kontraktmärkten weckten diese Äußerungen die Hoffnung, die Opec könne am Freitag von einer Fördermengenkürzung absehen.

Der deutliche Preisrückgang der vergangenen Wochen hat bei einigen Opec-Ländern den Wunsch geweckt, die über den offiziellen Quoten des Kartells liegende tatsächliche Ölförderung, die vor dem Winter den Aufbau von Heizölbeständen ermöglicht hatte, wieder auf das offiziell angegebene Niveau zurückzufahren.

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