Streit beigelegt Lazard verschiebt Börsengang

Im Dauerkonflikt um den Börsengang der Investmentbank Lazard haben die beiden zerstrittenen Bankchefs vorerst eine Lösung gefunden. Erst Ende 2005, ein halbes Jahr später als geplant, soll die Bank nun an die Börse gehen.

Paris - Waffenstillstand bei der Investmentbank Lazard. Der seit Jahren andauernde Streit zwischen dem Patriarchen der Lazard-Familie, Michel David-Weill, und dem Vorstandschef der Bank, Bruce Wasserstein, ist vorerst beigelegt. Die beiden Topmanager haben sich geeinigt, den umstrittenen Börsengang des Unternehmens um ein halbes Jahr auf Ende 2005 zu verschieben.

Nach einer Erklärung von Lazard soll das Unternehmen nun bis spätestens Ende 2005 an der Börse notiert werden. Gelingt dies nicht, wird binnen einer Frist von drei Monaten über das weitere Vorgehen entschieden. Wassersteins Vertrag würde spätestens mit Ablauf der Frist auslaufen und müsste neu verhandelt werden. "Sollte der IPO oder der Auskauf der historischen Partner nicht bis Ende 2005 abgeschlossen sein, bleibt Lazard ein privates Unternehmen", heißt es weiter.

Im Oktober hatte David-Weill seinem Kontrahenten Wasserstein eine Frist bis Juni 2005 gesetzt, den Börsengang erfolgreich durchzuführen. Wasserstein hatte diese Frist jedoch abgelehnt.

Die Eigentümerfamilie hatte sich lange Zeit grundsätzlich gegen einen Börsengang gesperrt, denn bei einem IPO verlieren sie einen Großteil ihres Einflusses. Ohnehin lagen sie mit Wasserstein, den sie selbst zu Lazard geholt hatten, seit Jahren im Clinch. Wassersteins radikale Neuausrichtung der Bank war ihnen zu schnell und zu teuer. Wasserstein hatte mit hohen Summen Spitzenmanager zu Lazard gelockt und ihnen üppige Bonuszahlungen überwiesen, statt das Geld an die Eigentümer auszuschütten.

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