Konjunktur Die Stimmung hellt sich auf

Zur Überraschung vieler Experten ist der Konjunkturindikator des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) im Dezember leicht gestiegen. Vor allem der Rückgang des Ölpreises gab Anlass zu verhaltenem Optimismus. Doch der schwache Dollar bleibt ein Konjunkturrisiko.

Mannheim - Der leichte Anstieg des ZEW-Konjunkturindikators von 13,9 auf 14,4 Punkte kam überraschend. Konjunkturexperten hatten mit einem weiteren Rückgang auf 10,0 Punkte gerechnet. Allerdings liegt der Wert weiterhin deutlich unter seinem historischen Mittelwert von 34,5 Punkten. Zuvor war er vier Monate in Folge gesunken. Allein im November gab es zum Vormonat einen drastischen Einbruch um 17,4 auf 13,9 Punkte.

Positive und negative Konjunkturdaten hielten sich im Dezember nahezu die Waage, heißt es in der ZEW-Mitteilung. Einerseits bereite der weiter abgewertete US-Dollar Sorgen, da er die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Exporte gefährden könnte. Andererseits stimme der deutliche Rückgang des Ölpreises die befragten Experten zuversichtlicher und habe einen weiteren Rückgang des Erwartungs-Indikators verhindert.

ZEW-Präsident Wolfgang Franz sieht trotz der nach wie vor vorhandenen Risiken keinen Anlass, "die Erwartungen einer leichten Konjunkturerholung im nächsten Jahr zu revidieren". Gleichwohl bewerten die Experten die aktuelle Konjunktursituation in diesem Monat ungünstiger. Der entsprechende Indikator gab von minus 57,8 auf minus 64,2 Punkte nach.

In der Eurozone sind die Konjunkturerwartungen im Dezember nach ZEW-Berechnungen weiter gesunken. Der entsprechende Indikator verlor 4,4 Punkte gegenüber dem Vormonat und liegt nun bei 17,7 Punkten. Der Indikator für die aktuelle Lage im Euroraum verschlechterte sich von minus 25,8 auf minus 30,2 Punkte. Der Indikator für die Konjunkturerwartungen gibt die Differenz zwischen der positiven und negativen Einschätzung der Wirtschaftsentwicklung in den kommenden sechs Monaten wieder.

Nach Einschätzung der HypoVereinsbank  ist die Verbesserung der Stimmung aber nicht überzubewerten. Der starke Euro-Anstieg habe sich bereits in der November-Umfrage niedergeschlagen, sagte Analyst Andreas Rees. Zudem seien die Erwartungen zuvor vier Monate in Folge gesunken. "Aus unserer Sicht sind die Risiken für die deutsche Wirtschaft klar auf der Abwärtsseite", sagte Rees. Die Commerzbank  interpretiert den Anstieg des Indikators als Zeichen, "dass die Analysten die deutsche Wirtschaft nicht am Rand einer Rezession sehen".

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