WCM/Klöckner Der Chef bleibt

Die Beteiligungsgesellschaft WCM geht im kommenden Jahr im neuen Industriekonzern Klöckner auf. Damit verbunden ist der Ausstieg aus dem Immobiliengeschäft. Der US-Investor Blackstone hat deshalb für 1,39 Milliarden Euro die restlichen 31.000 Wohnungen übernommen. Chef des fusionierten Klöckner-Konzerns wird Roland Flach.

Frankfurt/Main - Die Verschmelzung zum Klöckner-Konzern werde die Chancen an den Kapitalmärkten und die Wettbewerbsfähigkeit deutlich verbessern, sagte WCM-Vorstandschef Roland Flach am Donnerstag in Frankfurt.

Kern des neuen Unternehmens wird mit einem Umsatzanteil von 76 Prozent der Hersteller von Verpackungs- und Abfüllanlagen KHS. Details zur Verschmelzung, die rechtlich bereits zum 1. Januar 2005 wirksam wird, sollen im Frühjahr auf den Hauptversammlungen von WCM  und Klöckner  beschlossen werden. Klöckner soll künftig die MDax-Notierung von WCM einnehmen.

Vorstandsvorsitzender des Klöckner Konzerns soll WCM-Chef Flach werden. Er strebe dies an und sehe keinen Anlass, dass es eine andere Lösung geben werde, sagte er. WCM war bislang Mehrheitsaktionär bei Klöckner. Nach der Verschmelzung der beiden Unternehmen werde es keinen Stellenabbau geben. Durch die Zusammenlegung der Holding-Strukturen werde es geringe Synergieeffekte geben, die derzeit aber noch nicht bezifferbar seien. Die Einsparungen seien aber nicht dramatisch, sagte Finanzvorstand Valentin Reisgen.

Klöckner strebt mittelfristig einen Umsatz von einer Milliarde Euro an. In diesem Jahr werde WCM/Klöckner einen Erlös von rund 900 Millionen Euro erreichen. Das neue Unternehmen habe "erhebliches Potential hinsichtlich der Renditefähigkeit", sagte Flach. Um weiter zu wachsen, würden gezielte Akquisitionen angestrebt. Kern des Klöckner-Konzerns ist der Hersteller von Abfüllanlagen KHS, der zu 76 Prozent zum gesamten Umsatz beiträgt. Hinter Krones  sei KHS weltweit die Nummer zwei.

Durch den Wohnungsverkauf an Blackstone sinken die WCM-Verbindlichkeiten gegenüber den Banken von 1,4 Milliarden Euro auf unter 0,2 Milliarden Euro. Die Abgabe des Wohnimmobilienbereichs führt im Geschäftsjahr 2004 zu einer Ergebnisbelastung im Konzern von voraussichtlich rund 30 Millionen Euro. "Daher lässt sich die bisher angekündigte Prognose nicht mehr aufrecht erhalten", sagte Flach. Der Vorstand erwartet ein negatives Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit im mittleren zweistelligen Millionenbereich. Das EBIT für das Gesamtjahr 2004 wird trotz des Verkaufs des Wohnimmobilienbereichs in etwa ausgeglichen sein.

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