Milder Winter Ölpreis sinkt drastisch

Der größte Ölpreisverfall innerhalb eines Tages seit 2001 sorgt für heftige Reaktionen bei den Investoren. Überraschend hohe Zahlen zu den Ölreseven in den USA sorgten für einen Preisverfall um 7,4 Prozent.

New York - Die amerikanischen Rohöl- und Heizölreserven sind in der vergangenen Berichtswoche viel stärker gestiegen als erwartet. Dies führte am Mittwoch an den Ölmärkten zu starken Gewinnmitnahmen und rasant fallenden Preisen.

Rohöl zur Auslieferung im Januar ist am New Yorker Warenterminmarkt Nymex um 7,4 Prozent auf 45,49 Dollar je Barrel abgesackt. Heizöl brach um 6,3 Prozent ein. Der amerikanische Rohölpreis liegt damit um 18,3 Prozent unter seinem am 25. Oktober verbuchten Rekordstand von 55,67 Dollar je Barrel.

Die Destillatreserven, wozu auch Diesel und Heizöl gehören, erhöhten sich um zwei Prozent auf 117,9 Millionen Barrel. Das milde Winterwetter im Nordosten der USA half ebenfalls. Dort wird der Löwenanteil des amerikanischen Heizöls verbraucht.

Historische Marke geknackt

Die US-Raffinerien laufen nach überstandener Hurrikan-Saison jetzt wieder auf Hochtouren. Die Rohölreserven stiegen in der Berichtswoche um rund 850.000 Barrel auf 293,3 Millionen Barrel. Die Öl- und die Ölprodukteinfuhren zogen ebenfalls an. Der bisher milde Winter führte überdies zu niedrigeren Verbräuchen bei den Heizkosten. Deshalb ist die Angst vor Ölversorgungsengpässen in den USA momentan geschwunden.

Gleichzeitig kündigte die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) an, auf dem kommenden Treffen der Ölminister am 10. Dezember die Fördermenge nicht einzuschränken. Eine Kürzung der Fördermenge sei unwahrscheinlich, sagte OPEC-Generalsekretär Maizar Rahman. Er bekräftigte zudem die Prognose des Kartells, wonach die weltweite Nachfrage nach Rohöl im zweiten Quartal 2005 sinken werde.

Nach dem größten Preisverfall innerhalb eines Tages seit drei Jahren pendelte sich der Preis für ein Barrel (knapp 159 Liter) US-Leichtöl zur Lieferung im Januar bei 45,50 Dollar ein. Damit lag er mehr als zehn Dollar unter seinem im Oktober verzeichneten Rekordhoch.

Die Wall Street hatte am Mittwoch von dem gesunkenen Ölpreis profitiert und deutlich zugelegt. Der Dow Jones legte um 1,56 Prozent zu, der Nasdaq Composite  gewann 1,98 Prozent. Auch der Nikkei  profitierte, er schloss mit einem Gewinn von 1,75 Prozent.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.