Hochtief Operativer Gewinn bricht ein

Die Risikovorsorge für die australische Tochter drückt das Ergebnis von Hochtief nach neun Monaten. Da Firmenwertabschreibungen in diesem Jahr wegfallen, kann der Baukonzern seine Jahresprognose bestätigen.

Berlin - Deutschlands größter Baukonzern Hochtief  hat in den ersten neun Monaten 2004 wegen einer hohen Risikovorsorge seiner australischen Tochter operativ deutlich weniger verdient als vor einem Jahr. Mit seinen Gewinnzahlen lag das Essener Unternehmen unter den Erwartungen von Analysten.

Das betriebliche Ergebnis (Ebita) habe im Zeitraum Januar bis September mit 142,66 Millionen Euro gut 30 Prozent unter dem Vorjahreswert gelegen, teilte Hochtief am Montag in Berlin mit. Der Gewinn vor Steuern (Ebt) betrug 126,7 (Vorjahr: 149,5) Millionen Euro. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt mit einem Ebita von 148 Millionen Euro und einem Ebt von 127 Millionen gerechnet.

Das operative Ergebnis sei durch die Risikovorsorge der australischen Tochter Leighton für einzelne Projekte im ersten Halbjahr belastet worden, hieß es. Allein für das dritte Quartal wies Hochtief einen betrieblichen Gewinn von 60 (84,8) Millionen Euro aus, Analysten hatten hier im Schnitt 63 Millionen Euro geschätzt.

Für das Gesamtjahr bekräftigte der Konzern seine Gewinnprognose und rechnet mit einer Verbesserung gegenüber 2003. Das Vorsteuerergebnis werde im hohen einstelligen Prozentbereich über Vorjahr liegen, erklärte der Baukonzern am Montag. Das Nettoergebnis werde sich gegenüber 2003 mehr als verdoppeln. Die Steigerung von Leistung und Umsatz sei im oberen einstelligen Prozentbereich angesiedelt, hieß es weiter. Der Auftragseingang werde sich im Gesamtjahr in der Größenordnung des Vorjahres bewegen, der Auftragsbestand werde damit erneut bei Höchstwerten erwartet.

Auf vergleichbarer Rechnungsbasis fällt der Gewinn

Wie Hochtief zuvor bereits wiederholt erläutert hatte, profitiert der Konzern in diesem Jahr beim Vorsteuer- und beim Nettoergebnis vor allem vom Wegfall der Firmenwertabschreibungen. Auf vergleichbarer Basis soll der Gewinn vor Steuern um rund 10 Prozent sinken und der Überschuss lediglich leicht über Vorjahr liegen.

Die Aktie der im MDax  notierten Gesellschaft war am Freitag 0,50 Prozent fester aus dem Handel gegangen bei 22,29 Euro und rutschte am Montagmorgen um 1,30 Prozent auf 22 Euro ab.