Märkte Absturz vom Gipfelkreuz

Den ganzen Tag über zeigte sich der Dax robust. Trotz des Euro-Höhenflugs erklomm er zeitweise den Rekordstand von 4219 Punkten. Am Abend stürzte er schließlich doch ab. Der Ölpreis drückte ihn - wieder einmal - ins Minus.

Frankfurt/Hamburg - Am Mittag hatte der Dax  mit 4219 Zählern den bislang höchsten Stand seit Juni 2002 erreicht. Zahlreiche Analysten hatten in den vergangenen Tagen immer wieder betont, der Sturzflug des Dollar werde auf den Index drücken. Doch dass der Dax am Abend tatsächlich abknickte lag vor allem am Ölpreis.

Berichte über die Evakuierung einer Ölplattform in der Nordsee und hatten den Ölpreis erneut angeheizt - und die Aktienmärkte unter Druck gesetzt. Der Dax  ging schließlich mit einem Minus von 0,2 Prozent bei 4147 Punkten aus dem Handel. Der MDax  stieg um 0,5 Prozent auf 5264 Zähler, während der TecDax  sich um 0,1 Prozent auf 514 Punkte verschlechterte.

Experten zeigten sich dennoch zuversichtlich. "Es sieht ganz gut aus für eine Jahresendrallye", erklärte Björn Becker, Wertpapierstratege bei der Commerzbank. Einen Dax-Stand von 4350 noch in diesem Jahr hält Becker für möglich. Für Ende der Woche würden gute Arbeitsmarktdaten aus den USA erwartet. Zudem seien die Ergebnisse aus Unternehmen überwiegend gut, begründete der Experte seine Zuversicht.

In Frankfurt setzte sich die Aktie der HypoVereinsbank  an die Dax-Spitze. Der Kurs der zweitgrößten börsennotierten deutschen Bank stieg um 1,8 Prozent auf 16,79 Euro. Das Finanzinstitut baut seinen Vorstand um. Die frühere Citibank-Deutschlandchefin Christine Licci soll das heimische Privatkundengeschäft der HypoVereinsbank sanieren.

Kerosinzuschlag drückt Tui-Aktien

Tui-Aktien  sackten um 1,2 Prozent auf 16,85 Euro und zählten damit zu den schwächsten Dax-Werten. Der Touristikkonzern wird für die laufende Wintersaison einen Kerosinzuschlag erheben. Die Passagier müssten für jede Kurz- und Mittelstreckenflüge fünf Euro zahlen und je Fernstrecke sechs Euro.

Die Aktien der Deutschen Post  schlossen um 0,1 Prozent fester auf 15,79 Euro. Die bundeseigene Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) wird Postaktien im Wert von bis zu einer Milliarde Euro verkaufen. Der Streubesitz steigt damit von 37,4 auf 43,2 Prozent, hieß es.

ThyssenKrupp-Aktien  waren zwischenzeitlich stark gefragt, schlossen jedoch mit plus 0,31 Prozent auf 16,16 Euro nur noch gut behauptet. Lehman Brothers rechnet für das laufende und das kommende Jahr mit einem etwas höheren Vorsteuergewinn als bislang. Als Hauptgrund gelten die weiterhin hohen Stahlpreise und fehlende Anzeichen für eine Gegenbewegung. Salzgitter-Aktien  gewannen im MDax 0,9 Prozent auf 15,24 Euro.

In der zweiten Reihe verloren KarstadtQuelle  1 Prozent auf 9,75 Euro. Händler führten das auf die Veröffentlichung des Verkaufsprospekts für die anstehende Kapitalerhöhung zurück. In diesem warnt der Konzern vor hohen Risiken.

Nach anfänglichen Verlusten fing sich die Hochtief-Aktie  wieder und schloss auf Vortagesniveau. Deutschlands größter Baukonzern hatte zuvor einen Gewinneinbruch in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres bekannt gegeben. Das Betriebsergebnis (Ebita) lag mit 142,6 Millionen Euro gut 30 Prozent unter dem Vorjahreswert. Grund für den Rückgang sei die Risikovorsorge der australischen Tochter Leighton, hieß es.

Die Börse in Tokio hat am Montag fest geschlossen. Der Nikkei-Index  stieg um 1,3 Prozent auf 10.978 Punkte. Der Euro kostete am Devisenmarkt 1,3290 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte einen Rekord-Referenzkurs von 1,3247 US-Dollar fest.

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