Immofonds LBBW entschädigt 500 Anleger

Clevere Geldanlage plus Steuerspareffekt – so wurde in den 90er Jahren für Fonds geworben, die überteuerte Schrottimmobilien sammelten. Zahllose Anleger steuerten durch den rasanten Wertverfall in den Folgejahren in die Pleite, Entschädigungsklagen prallten ab. Jetzt gibt es einen Musterfall, der Betroffenen Hoffnung macht.

Hamburg - Im jahrelangen Streit zwischen ruinierten Besitzern von kreditfinanzierten Steuersparimmobilien und den Banken dürfte es in zwei Fällen zu umfassenden Vergleichslösungen kommen, berichtet das Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL in seiner neuen Ausgabe.

Potenziell betroffen seien über 10.000 Anleger, die in den neunziger Jahren mit Krediten der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) Anteile an unrentablen Immobilienfonds der Initiatoren Thomae & Partner oder der Stuttgarter WGS Wohnungsbaugesellschaft gekauft haben.

In einer Mustervergleichsvereinbarung für Besitzer von WGS-Anteilen einigten sich laut SPIEGEL die LBBW und die Düsseldorfer Kanzlei Kortländer & Partner auf eine Teilrückabwicklung im Umfang von gut 8000 Euro pro Fondsanteil. Kortländer vertrete in dieser Angelegenheit rund 500 Mandanten.

Insgesamt habe die LBBW in den Neunzigern mehr als 10.000 Darlehensverträge abgeschlossen. Im Falle von Fonds des Initiators Werner Thomae verständigte sich die LBBW mit dem Freiburger Anlegeranwalt Günther Hemmerling laut Bericht auf einen Krediterlass im zweistelligen Prozentbereich. Hemmerling betreue derzeit rund 400 Mandanten. Bei der Landesbank wolle man dazu "keine Stellung nehmen".

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.