IVG Immobilienverkäufe schrauben Gewinn hoch

Dank Millionenerlösen aus Verkäufen steigert der Immobilienkonzern IVG seinen Gewinn stärker als erwartet. Vorstandschef John von Freyend bekräftigt die Jahresprognose. Die Aktie indes reagiert kaum.

Frankfurt - Die Aktien der Immobiliengesellschaft IVG Immobilien  haben am Dienstag nach der Bilanzvorlage kaum verändert tendiert. Händler am Frankfurter Aktienmarkt sprachen von "eigentlich guten Geschäftszahlen". Das Papier hänge aber derzeit in einer Spanne zwischen 10,50 und 11,00 Euro fest. Die IVG-Aktie notierte um 11 Uhr unverändert bei 10,85 Euro. Der MDax  präsentierte sich ebenfalls kaum verändert bei 5207 Zählern.

Analyst Stefan de Schutter von der Alpha Wertpapierhandel AG bezeichnete die Geschäftszahlen als gut. Die IVG hatte im dritten Quartal das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) gegenüber dem Vorjahreszeitraum deutlich gesteigert. De Schutter verwies auch auf die unveränderte Gewinnprognose der IVG für das Gesamtjahr.

Nach den Worten de Schutters warteten die Anleger derzeit vor allem auf die Entscheidung der Bundesregierung zur Einführung von steuerbegünstigten Immobilienfonds (Reits). Falls "Reits" künftig auch in Deutschland zulässig sein sollten, könne die IVG ihre Immobilienreserven heben und erheblich von der Steuervergünstigung profitieren. Bis dahin werde sich am Kurs aber wohl nicht sehr viel ändern. Andererseits sei es angesichts der angespannten Haushaltslage fraglich, ob die Bundesregierung "Reits" tatsächlich genehmigen werde.

Der Bonner Immobilienkonzern hat im dritten Quartal dank Millionenerlösen aus Immobilienverkäufen und dem Aufwärtstrend an den europäischen Büromärkten mehr verdient als vor Jahresfrist. IVG-Chef Eckart John von Freyend bekräftigte die Prognose, dass im Gesamtjahr der Vorjahresgewinn übertroffen werde.

Deutscher Büro-Immobilienmarkt entwickelt sich eher verhalten

Alle Unternehmensbereiche hätten zum Ergebniswachstum beigetragen, teilte die Gesellschaft weiter mit. Während sich die Erholungstendenzen auf den europäischen Büromärkten gefestigt hätten, entwickele sich allerdings die Branche in Deutschland weiterhin verhalten. Steigende Vermietungsumsätze und Spitzenmieten sowie sinkende Leerstände seien vor allem im Londoner Westend, im Europa-Viertel in Brüssel und im Zentrum Paris zu verzeichnen, hieß es weiter.

Im ersten Halbjahr hatte die IVG noch einen Gewinneinbruch gegenüber dem Vorjahreszeitraum verbucht, konnte aber im weiteren Verlauf wie angekündigt Millionengewinne aus einem Immobilienverkauf in London und Paris erzielen.

IVG-Chef von Freyend bekräftigte daher: "Für das Gesamtjahr erwartet IVG einen Jahresüberschuss über dem Vorjahreswert von 66,5 Millionen Euro". 2003 hatte IVG noch wegen der insgesamt schwachen Konjunktur in Europa Gewinneinbußen gehabt.

Quartalsgewinn steigt stärker als erwartet

IVG Immobilien  teilte weiter mit, im Zeitraum Juli bis September sei der operative Gewinn (Ebit) auf 51,7 (Vorjahr: 24,2) Millionen Euro gestiegen und der Überschuss auf 24,0 (1,0) Millionen Euro. Von Reuters befragte Analysten hatten im Mittel ein Ebit von 46,1 Millionen Euro gesehen und nach Steuern einen Gewinn von 20,7 Millionen Euro.

Kumuliert für die ersten neun Monate legte das Ebit auf 111,2 (102,1) Millionen Euro zu und der Überschuss auf 38,2 (27,7) Millionen Euro. Der Umsatz wurde mit 289,5 (247,9) Millionen Euro beziffert.

Die IVG konzentriert sich auf Büroimmobilien und so genannte Businessparks in europäischen Metropolen. Mit einem eigenen Immobilienportfolio von rund 3,3 Milliarden Euro zählt der Konzern zu den großen börsennotierten Immobilien-Gesellschaften in Europa.

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