Vodafone Mehr Kunden, gleicher Umsatz

Die Boomzeiten auf dem Mobilfunkmarkt sind vorbei. Der weltgrößte Anbieter Vodafone verbucht deshalb schon stagnierende Umsätze als Erfolg. In der ersten Hälfte des laufenden Geschäftsjahres reduzierte der Konzern seine Verluste und gewann 7,4 Millionen neue Kunden hinzu.

London - Der weltgrößte Mobilfunkkonzern Vodafone  hat seine Zwischendividende für die ersten sechs Monate des laufenden Geschäftsjahres (Ende März) dank guter Geschäfte in Europa verdoppelt. Die Dividende werde von rund 0,95 Pence im Vorjahreszeitraum auf 1,91 Pence angehoben, teilte Vodafone am Dienstag in London mit. Für die Zukunft gab sich das Unternehmen unter anderem wegen guter Wachstumschancen im UMTS-Geschäft zuversichtlich. Aktien von Vodafone  zogen daraufhin an.

Die Dividendenzahlung werde sich nach dieser einmaligen Anpassung künftig wieder am Gewinnwachstum des Unternehmens orientieren, sagte Vorstandschef Arun Sarin. An großzügige Erhöhungen von 100 Prozent wie im ersten Halbjahr sollten sich die Aktionäre daher nicht gewöhnen. Außerdem kündigte Sarin an, das Aktienrückkaufvolumen in diesem Jahr von drei auf vier Milliarden Pfund zu steigern. Dafür würden insgesamt rund sechs Milliarden Pfund aufgebracht. Die Verschuldung werde unter anderem wegen des Aktienrückkaufprogramms in diesem Jahr auf 1,5 Milliarden Pfund steigen.

7,4 Millionen neue Kunden zwischen April und September

Die bisherige Geschäftsentwicklung entspreche den Erwartungen und sei sehr "robust", hieß. Das Kundenwachstum soll nach Angaben von Vodafone in diesem Geschäftsjahr weiter zweistellig ausfallen, im nächsten Jahr einstellig. Das Mobilfunkgeschäft soll 2004/2005 im hohen einstelligen Bereich wachsen. Die Ebitda-Marge werde sich aber voraussichtlich unter der Marke des Vorjahres bewegen. Für das nächste Geschäftsjahr peilt der Mobilfunkkonzern weiterhin die Marke von 10 Millionen Vodafone live!-Nutzern via UMTS an.

Zwischen April und September seien 7,4 Millionen neue Kunden gewonnen worden, teilte Vodafone weiter mit. Damit erhöhe sich die Gesamt-Kundenzahl auf 146,7 Milionen. Der Umsatz fiel im ersten Halbjahr leicht von 16,9 auf 16,8 Milliarden Pfund. Analysten waren zuvor von etwas stärkeren Einbußen auf 16,6 Milliarden Pfund ausgegangen.

Das Konzernergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) sowie Sonderposten sank von 6,62 auf 6,50 Milliarden Pfund. Auch hier fiel der Rückgang weniger stark aus als von den Experten erwartet. Die Analysten waren im Schnitt von 6,4 Milliarden Pfund ausgegangen. Der Fehlbetrag fürs erste Halbjahr verkleinerte sich von 4,254 auf 3,195 Milliarden Pfund.

Händler und Analysten zeigten sich mit den Zahlen zufrieden. Das Ebitda und der Umsatz hätten über den Erwartungen gelegen, die Dividende am oberen Rand der Schätzungen, hieß es. Die Aktien der Vodafone Group stiegen bis 11 Uhr um 1,93 Prozent auf 145,50 Pence und waren damit der stärkste Wert im FTSE 100. Der Index pendelte verlor 0,11 Prozent auf 4797 Zähler.

Europa-Geschäft läuft gut - Probleme in Japan

Vodafone habe vor allem in Großbritannien, Spanien, Deutschland und den USA neue Kunden gewonnen, sagte Vorstandschef Sarin. Das Japangeschäft allerdings sei schlechter verlaufen. Der Start des UMTS-Geschäfts in 13 Ländern in der vergangenen Woche sei sehr gut verlaufen. In Deutschland beispielsweise bietet Vodafone pünktlich zum Weihnachtsgeschäft sieben neue UMTS-Telefone in allen Preisklassen an. Hier stieg die Kundenzahl zwischen April und September von 23,78 auf 26,09 Millionen. Der durchschnittliche Umsatz je Kunde allerdings fiel von 26,60 Euro monatlich auf 25,70 Euro. Dies liege unter anderem daran, dass die Verbindungsgebühren für Prepaid-Nutzer gesenkt worden seien.

In Spanien verbucht Vodafone steigende Kundenzahlen und Umsätze je Kunde. Gleiches galt für den US-Markt. Japan allerdings sei weiter eine "Herausforderung", hieß es. Hier kämpfe Vodafone vor allem im UMTS-Markt mit starker Konkurrenz. Der Umsatz sank von 3,14 auf 2,84 Milliarden Pfund, der operative Gewinn von 672 auf 454 Millionen Pfund. Die Kundenzahl auf dem japanischen Markt erhöhte sich von 14,5 auf 15,1 Millionen. Der Umsatz je Kunde aber war schlechter als im Vorjahreszeitraum.

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