Börsenschluss Dax bläst Sturm auf Jahreshoch ab

Nach kräftigen Kursgewinnen zu Handelsbeginn hat der Dax am Montag seinen Sturm auf ein Jahreshoch abgebrochen. Der Index schloss im Minus. T-Aktie und Infineon waren gefragt. In der zweiten Reihe zogen die Aktien der Direktbanken die Aufmerksamkeit auf sich.

Frankfurt - Im Sog fallender US-Börsen hat der Dax  am Montag ein Minus verbucht. Stützend wirkte der weiter nachgebende Ölpreis. Sorgen bereitete den Anlegern aber offenbar der nach wie vor hohe Eurokurs. Deutschlands wichtigster Börsenindex schloss 0,2 Prozent tiefer bei 4134 Zählern. "Man schaut auf das Euro-Dollar-Paar, und von dieser Seite gibt es eben noch keine Erleichterung", sagte ein Händler. Ein anderer Marktteilnehmer ergänzte, der Markt müsse die Kursgewinne aus der vergangenen Woche erst einmal verdauen.

Am Morgen war der Dax noch bis auf wenige Punkte an das Ende Januar markierte Jahreshoch bei 4175 Stellen herangerückt. Im weiteren Verlauf bröckelten die Kurse angesichts fehlender Anschlusskäufe jedoch ab. An der Wall Street verbuchte der Dow Jones  zum Handelsschluss in Frankfurt ein Minus von 0,1 Prozent auf 10.526 Punkte, der Nasdaq Composite  fiel um 0,2 Prozent auf 2081 Punkte. Beide Indizes konnten bis 19.22 Uhr (MEZ) aber wieder ins Plus drehen.

"Wir sehen im Moment eine Konsolidierung nach dem jüngsten Anstieg. Einige Anleger trauen sich möglicherweise auch nicht einzusteigen, weil sie Angst haben, dass es Daten geben könnte, die auf eine Abschwächung der Konjunktur deuten", sagte Stefan Chmielewski, Händler beim Broker Lang & Schwarz. Der Markt brauche für deutlichere Bewegungen nachhaltige Impulse.

Der Ölpreis entfernte sich weiter von seinem Ende Oktober erklommenen Rekordhoch bei über 55 Dollar für ein Barrel (rund 159 Liter) leichtes US-Öl. Die Terminkontrakte auf diese Ölsorte notierten am Montagabend bei 45,90 Dollar. Der Euro kostete am Devisenmarkt am Abend 1,2946 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte am Mittag einen Referenzkurs von 1,2955 US-Dollar ermittelt.

Infineon und T-Aktie bei Investoren gefragt

Gefragt waren vor einem am Dienstag anstehenden Investorentag die Aktien des Chipherstellers Infineon. "Offensichtlich spekulieren einige Anleger auf positive Unternehmensnachrichten", begründete ein Börsianer das Kursplus. Infineon-Aktien zogen um rund ein Prozent auf 8,66 Euro an. Ihren Aufwärtstrend setzten die Papiere des Indexschwergewichts Deutsche Telekom  fort, die um 0,4 Prozent auf 15,90 Euro zulegten. "Die T-Aktie profitiert weiter von der in Aussicht gestellten Dividende", sagte ein Händler.

Seit der Bekanntgabe von Quartalszahlen am Donnerstag und der Ankündigung einer höher als erwarteten Ausschüttung an die Aktionäre haben die Titel der Telekom mehr als sechs Prozent an Wert gewonnen.

Kursgewinne von zeitweise zwei Prozent verbuchten die Titel des Industriekonzerns ThyssenKrupp . Gewinnmitnahmen zehrten das Kursplus bis zum Abend jedoch vollständig wieder auf. Der optimistische Ausblick von Arcelor habe für Impulse bei der ThyssenKrupp-Aktie gesorgt, sagten Händler. Der weltgrößte Stahlhersteller rechnet mit einer weiter anziehenden Stahl-Nachfrage und weiter steigenden Preisen. Auch ThyssenKrupp-Chef Ekkehard Schulz hatte sich am Wochenende zuversichtlich über die weitere Branchenentwicklung geäußert. Im Nebenwerteindex MDax  stiegen die Titel von Salzgitter  um 2,2 Prozent auf 13,63 Euro.

Zu den größten Verlierern bei den Standardwerten zählten die Papiere des Industriegase- und Gabelstaplerspezialisten Linde mit einem Abschlag von 1,2 Prozent auf 47,02 Euro. Die Analysten von UBS sowie von Dresdner Kleinwort Wasserstein hatten die Linde-Aktie heruntergestuft.

Aktien von K+S nach Quartalszahlen gefragt

Die Anleger honorierten die Quartalsentwicklung von Kali und Salz  (K+S) mit Aktienkäufen und bescherten damit den Titeln des Düngemittelspezialisten im MDax ein Plus von rund drei Prozent. "Die K+S-Zahlen sind erheblich besser als erwartet ausgefallen", sagte Heino Ruland, Analyst beim Brokerhaus Steubing.

Papiere der Onlinebroker stark gefragt

Die Papiere der Onlinebroker Comdirect  und DAB Bank  profitierten von Hoffnungen auf eine Jahresendrallye. Im MDax führten die Comdirect-Titel die Gewinnerliste mit einem Plus von 5,4 Prozent an. Zudem gab es vor dem Hintergrund des angekündigten Wechsels des Comdirect-Chefs Kassow in den Vorstand der Commerzbank erneut Spekulationen, das Institut könne womöglich ihre Direktbank-Tochter reintegrieren. Die im Kleinwerteindex SDax  gelisteten Papiere der DAB Bank kletterten um 7,3 Prozent.

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