Börsenpläne Tank und Rast geizt mit Details zum IPO

Das Bankenkonsortium für den geplanten Börsengang von "Tank & Rast" ist offenbar komplett. Fondsmanager monieren aber den spärlichen Informationsfluss und bezweifeln, dass das IPO noch bis Mitte Dezember zu schaffen ist. Ein Verkauf des Börsenaspiraten gilt weiter als eine Option.

Frankfurt - Der Betreiber von Autobahn-Raststätten Tank & Rast hat Finanzkreisen zufolge sein Bankenkonsortium für den im Dezember anvisierten Börsengang komplettiert. Fondsmanager zeigten sich angesichts der spärlichen Informationen skeptisch, ob eine Notierung am Kapitalmarkt, wie offenbar geplant, bis Mitte Dezember noch zu schaffen sei.

"Das Bankenkonsortium für den Börsengang steht", hieß es am Montag in Finanzkreisen. Die Commerzbank, die Helaba, die WestLB sowie die Berenberg Bank würden das Bankenkonsortium vervollständigen. Tank & Rast wollte dies nicht kommentieren. Bereits bekannt sind die beiden Konsortialführer Dresdner Kleinwort Wasserstein und Cazenove. Finanzkreisen zufolge wird der Börsengang im Prime Standard für die zweite Dezemberwoche anvisiert, der Ausgabepreis solle am 25. November veröffentlicht werden. Fondsmanager kritisierten in der am Montag begonnenen Pre-Marketing-Phase, in der die Konsortialbanken das Interesse und die Preisvorstellungen der Großinvestoren ausloten, nur wenig fundamentale Details zu dem Börsengang erhalten zu haben.

Verkauf an Finanzinvestor gilt als weitere Option

In den Eigentümern nahe stehenden Kreisen gilt ein Börsengang weiter nur als eine Option neben einem vollständigen Verkauf des 1998 von den drei Gesellschaftern Deutsche Lufthansa , Allianz Capital und Apax Fonds übernommen Raststättenbetreibers. Der ehemalige Eigentümer der Bäckereikette Kamps, Heiner Kamps, sowie die Beteiligungsgesellschaft Terra Firma hätten Interesse an einer Übernahme von Tank & Rast signalisiert.

"Derzeit werden konkrete Gespräche mit den beiden Investoren geführt", hieß es in den Kreisen. "Ein Verkaufspreis im Volumen von 1,1 bis 1,3 Milliarden Euro könnte für Tank & Rast als realistisch gelten", hieß es. Heiner Kamps war nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Fondsmanager bemängeln spärlichen Informationsfluss

Fondsmanager zeigten sich enttäuscht, bei den Gesprächen mit den Vertretern der Konsortialbanken nur wenig handfeste Informationen zu dem Börsengang von Tank & Rast erhalten zu haben. Weder die Zahl der zu platzierenden Aktien, das Volumen einer erwarteten Kapitalerhöhung noch der konkrete Termin für die Erstnotiz seien mitgeteilt worden, hieß es. Außerdem habe das Management des Unternehmens mit einigen wichtigen Fonds keine Einzelgespräche vereinbart, was angesichts des so nahe bevorstehenden Termins für den Börsengang ungewöhnlich sei. "Das sieht so aus, als wolle man sehr vorsichtig und unverbindlich den Markt antesten", sagte ein Fondsmanager. "Vielleicht will man auch damit nur andere Käufer unter Druck setzen."

Experte spricht von "solidem Geschäftsmodell"

"Offensichtlich befindet sich die ganze Transaktion in einem sehr, sehr frühen Stadium", sagte Michael Gierse, Fondsmanager bei Union Investment. "Wenn das bis zur zweitem Dezemberwoche durchgezogen werden soll, muss jetzt ein höheres Tempo angeschlagen werden", ergänzte er. Grundsätzlich bescheinigte er Tank & Rast ein solides und langjährig erprobtes Geschäftsmodell. "Aber die Konkurrenz durch die Autohöfe ist sehr groß und das Image ist nicht sehr gut. Die öffentliche Wahrnehmung ist, dass die Produkte dort sehr teuer sind", sagte Gierse.

Am vergangenen Donnerstag hatte die Lufthansa  angekündigt, zusammen mit den anderen Großaktionären Allianz Capital und Apax Fonds einen Börsengang des Raststättenbetreibers einzuleiten. Auch nach dem IPO werden die drei Gesellschafter, die jeweils rund ein Drittel der Anteile halten, nach Aussage eines Tank-&-Rast-Sprechers "substanziell" an dem Unternehmen beteiligt bleiben.

Tank & Rast betreibt mit rund 240 Pächtern in einem franchiseähnlichem System ein Netz von mehr als 300 Tankstellen und knapp 400 Raststätten. In den ersten neun Monaten dieses Jahres erzielte das Unternehmen nach eigenen Angaben ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) ein Ergebnis auf Vorjahresniveau von 97,8 Millionen Euro.

Ralf Banser und Rolf Benders unter Mitarbeit von Nieck Ammerlaan (Reuters)

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