Jahresbilanz Porsche knackt die Gewinn-Milliarde

Wie erwartet hat der Sportwagenbauer Porsche sein Geschäftsjahr mit einem Rekordergebnis abgeschlossen. Der Vorsteuergewinn überstieg erstmals eine Milliarde Euro. Und im laufenden Jahr soll alles noch viel besser werden, denn Porsche hat seine Modellpalette gerade erst aufgefrischt.

Stuttgart - Gerne betont Porsche-Chef Wendelin Wiedeking, dass er lieber über seine Autos spricht als über Zahlen. Beharrlich weigert sich der Sportwagenbauer, Quartalsergebnisse zu veröffentlichen - weshalb ihn die Deutsche Börse aus dem MDax  warf. Und anders als die meisten Konzerne veröffentlichte Porsche  auch seine Jahresbilanz nicht eiligst frühmorgens, sondern nach dem Ende einer Aufsichtsratssitzung am Nachmittag - voll erfolgsgewisser Gelassenheit.

Besonders überraschend fielen die Zahlen ohnehin nicht aus. Der Musterschüler in der Autobranche beendete sein Geschäftsjahr 2003/2004 mit einem Rekordergebnis - erwartungsgemäß. Auf 1,09 Milliarden Euro steigerte die Sportwagenschmiede ihren Vorsteuergewinn, ein Plus von knapp 17 Prozent. Damit durchbrach sie erstmals die Schallmauer von einer Milliarde Euro.

Mit mehr als 76.800 verkauften Autos stieg der Porsche-Absatz um 15 Prozent. Der Umsatz stieg um knapp 14 Prozent auf 6,36 Milliarden Euro. Vor allem der Geländewagen Cayenne hievte den Auto-Absatz in Rekordhöhen. Die Sportwagen 911 und Boxster verkauften sich wegen des erst vor wenigen Wochen vollzogenen Modellwechsels in beiden Baureihen etwas schlechter.

Doch im laufenden Geschäftsjahr 2004/05 sollen auch die runderneuerten Sportwagenmodelle wieder zu einem weiteren Absatzwachstum beitragen. "Die Beliebtheit des Cayenne ist ungebrochen. Gleichzeitig geht das Unternehmen davon aus, dass die neue Generation von 911 und Boxster dem Sportwagengeschäft von Porsche zusätzlichen Schub verleihen werden", teilte Wiedeking mit.

Keine Bilanz ohne Makel

Keine Bilanz ohne Makel: Anders als im Konzern sank das Ergebnis vor Steuern bei der Porsche AG etwas ab. Es erreichte 843 Millionen Euro nach 1,042 Milliarden Euro im Geschäftsjahr zuvor, was einem Minus von 19,1 Prozent entspricht. Ausschlaggebend dafür seien, so betonte der Konzern, bewusst verringerte Gewinnausschüttungen der Konzern-Tochtergesellschaften. Zudem hätte der Aufbau an Cayenne-Fahrzeugbeständen, den die Markteinführung des Geländewagens im vergangenen Jahr nötig gemacht hatte, innerhalb des Konzerns zu Gewinnen bei der Porsche AG geführt, die im Berichtsjahr nicht mehr anfielen.

Eine detaillierte Prognose für das laufende Geschäftsjahr verweigerte der Konzern den Börsianern. "Für eine Umsatz- und Gewinnprognose ist es noch zu früh", hieß es lapidar. Porsche geht mit Zahlen anders um als andere Konzerne.

Dividende steigt um 60 Cent

Anleger haben dennoch Grund genug zu Freude. Denn Porsche hob die Dividende stärker an als erwartet: Die Vorzugsaktionäre erhalten mit 4,00 Euro je Aktie 60 Cent mehr als im Jahr zuvor, die Stammaktionäre aus den Familien Porsche und Piëch bekommen 3,94 (3,34) Euro je Aktie.

Passend zur Rekordbilanz ergab eine Studie des Marktforschungsunternehmens Harris Interactive, dass Porsche in Deutschland den besten Ruf aller Unternehmens-Marken genießt - dicht gefolgt vom Lebensmittel-Discounter Aldi. Und eines haben beide Unternehmen gemeinsam: Über Zahlen reden sie nicht allzu gerne.

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