Coca-Cola-Prognosen Isdell rudert zurück

Analysten hatten es schon befürchtet, nun ist der Brauseriese eingeknickt: Der Konzern muss seine ambitionierten Wachstumspläne zurückschrauben. Die Börse straft das Eingeständnis mit einem Kursabschlag.

Atlanta - Der neue Coca-Cola-Konzernchef Neville Isdell hat die Absatz- und Gewinnerwartungen des weltgrößten Erfrischungsgetränkeherstellers zurückgeschraubt. Isdell war im Sommer aus dem Ruhestand geholt worden, um Coca-Cola  wieder auf Vordermann zu bringen.

Langfristig strebt Isdell jährlich einen Absatzanstieg von drei bis vier Prozent, ein operatives Gewinnwachstum von sechs bis acht Prozent und eine Steigerung des Gewinns pro Aktie im hohen einstelligen Prozentbereich an. Dies hat Coca-Cola am Donnerstag bekannt gegeben. Coca-Cola hatte zuvor jährliche Absatzsteigerungen von fünf bis sechs Prozent und einen Anstieg des Gewinns pro Aktie von elf bis zwölf Prozent angepeilt.

Einige Analysten hatten diese Prognosen jedoch als zu ambitioniert bezeichnet und gefordert, dass der Brausehersteller seine langfristigen Prognosen wegen der Nachfrageschwäche in vielen seiner mehr als 200 Märkte weltweit anpassen müsse.

Die Gewinnprognose für dieses Jahr ließ Coca-Cola unverändert bei 1,88 bis 1,90 Dollar je Aktie. Analysten sagten den Coca-Cola-Gewinn zuletzt im Durchschnitt mit 1,99 Dollar je Aktie voraus. Im vergangenen Jahr hatte der Soft-Drink-Hersteller einen Gewinn je Aktie von 1,77 Dollar erzielt.

Am Aktienmarkt ist die neue Prognose negativ aufgenommen wurden. Im frühen Handel verlor die Aktie am Donnerstag in New York mehr als 4 Prozent auf 39,50 US-Dollar.

Künftig nur noch ein Abfüller in Deutschland

Die Gesellschaft will ihre jährlichen Marketing- und Innovationsausgaben für neue Produkte um 350 Millionen Dollar bis 400 Millionen Dollar erhöhen. Die Gewinnziele für 2004 seien unverändert. Die Gesellschaft wolle nach 2004 keine spezifischen Jahres- oder Quartalsgewinnprognosen mehr machen. Das Unternehmen erwarte in Schlüsselmärkten wie Deutschland, Nordamerika und den Philippinen bis ins kommende Jahr hinein anhaltend schwache Ergebnisse.

Für das deutsche Geschäft gab Chairman and Chief Executive Officer E. Neville Isdell gleichzeitig eine Entscheidung zur Abfüllpolitik bekannt: Künftig will Coke nur noch mit einem Abfüller zusammenarbeiten. Der Entscheidung waren jahrelange Verhandlungen zwischen den neun deutschen Konzessionären und Coca-Cola über eine Neuausrichtung des Abfüllersystems vorausgegangen. Coca-Cola hatte die Verträge mit den Abfüllern, die zwischen 2007 und 2011 auslaufen, daraufhin in diesem Jahr gekündigt. Bisher war davon ausgegangen worden, dass damit eine Neuverhandlung gelegt werden sollte.

"Unsere neue Struktur verbindet kurze Entscheidungswege mit einer hohen regionalen Marktkompetenz. Dabei prüfen wir, ob jetzige Abfüller aufgrund ihrer Geschäftserfahrung als potenzielle Kooperationspartner in der Zukunft in Betracht kommen", sagte nun sagt Deryck van Rensburg, Präsident der Germany and Nordic Division von Coca Cola.

Der größte und von ihr geleitete Konzessionär, die Coca-Cola Erfrischungsgetränke, verantwortet knapp 70 Prozent des deutschen Absatzvolumens und ist bis 2006 über einen Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrag mit Coca Cola verbunden.

Ob andere Konzessionäre das Angebot, Großhandelsaufgaben für den Konzern zu übernehmen, akzeptieren werden, ist noch nicht geklärt.

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