Aareal Bank Gewinn bricht dramatisch ein

Der Immobilienfinanzierer ist nach einer von der Bankenaufsicht erzwungenen massiven Aufstockung der Risikovorsorge tief in die roten Zahlen gerutscht. Die Bank will nun ihr Kreditportfolio stärker auf margenträchtigeres Geschäft im Ausland ausrichten und Problemkredite möglichst schnell verkaufen.

Frankfurt - "Die hohe Risikovorsorge resultiert aus dem Altgeschäft in Deutschland. In Zukunft werden wir nur noch internationales und profitables Geschäft zeichnen, das uns eine Vorsteuerrendite von 25 bis 30 Prozent bringt", sagte ein Sprecher der Aareal Bank  am Donnerstag.

Das krisengeschüttelte Institut, das noch immer auf der Suche nach einem neuen Chef ist, wird 2004 aber tiefrote Zahlen ausweisen: Bei einer Risikovorsorge von 385 Millionen Euro soll der Nettoverlust bei rund 100 Millionen Euro landen. Nach den ersten neun Monaten 2004 liegt die Bank bei 115 Millionen Euro Verlust und einer Vorsorge für faule Kredite von 355 Millionen.

Analysten sprachen von einem erwartet schlechten Ergebnis, äußerten aber die Hoffnung, dass die Bank transparenter werde und die Risikovorsorge in Zukunft nicht wieder die Bilanz verhagele. An der Börse zogen die im Nebenwerte-Index MDax  notierten Aareal-Aktien um knapp drei Prozent auf 21,15 Euro an.

Im ersten Quartal 2005 will die Aareal ein erstes Portfolio von Problemkrediten verkaufen. Es solle ein Volumen von mehreren Hundert Millionen Euro haben, sagte der Banksprecher. Die Aareal hat Problemkredite in Höhe von 2,7 Milliarden Euro bei einem Gesamtkreditbuch von knapp 27 Milliarden Euro.

Quartalsverlust von 144 Millionen Euro

Im dritten Quartal betrug der Quartalsverlust allein 141 Millionen Euro, nachdem im zweiten Quartal noch ein Gewinn von zwei Millionen Euro erzielt worden war. Analysten hatten aber mit einem Minus von 149 Millionen gerechnet.

Die Risikovorsorge lag im dritten Quartal wie erwartet bei 255 Millionen Euro nach 70 Millionen im zweiten Quartal. Enttäuschend seien mit 105 Millionen Euro der Zinsüberschuss und mit einem Minus von 18 Millionen das Handelsergebnis ausgefallen, sagte Analyst Metehan Sen von Sal. Oppenheim.

Die Bankenaufsicht BaFin hatte die Aareal Bank Ende August zu einer zusätzlichen Aufstockung der Vorsorge um fast 277 Millionen Euro gezwungen, wovon 40 Millionen bereits im zweiten Quartal gebucht worden waren. Damals hatte der Vorstandschef Karl-Heinz Glauner, der das wahre Ausmaß der Probleme lange verschleiert hatte, seinen Hut nehmen müssen; die Aktie war seinerzeit um rund ein Drittel abgestürzt.

Christian Krämer, Reuters

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