MAN Das Lkw-Geschäft brummt

Mit seiner Produktion kommt MAN der Nachfrage im Lkw-Geschäft kaum hinterher. In den ersten neun Monaten sorgte der Laster-Boom bei MAN für ein deutliches Ergebnis- und Umsatzwachstum. Der Maschinen- und Fahrzeughersteller erwägt den Ausbau seiner Werke. Sorgenkinder bleiben aber weiterhin die Druckmaschinen.

München - Der Maschinenbau- und Nutzfahrzeugkonzern MAN  hat auch in den ersten neun Monaten vom Lkw-Boom profitiert und Ergebnis und Umsatz deutlich gesteigert. Der Vorsteuergewinn sei von 79 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 248 Millionen Euro geklettert, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Die Erlöse legten um elf Prozent auf 10,3 Milliarden Euro zu. Beim Auftragseingang erzielte der Konzern ein Plus von 21 Prozent auf 11,9 Milliarden Euro.

Der Konzern hob daraufhin seine Prognose für das Gesamtjahr an. 2004 erwarte MAN nunmehr ein Vorsteuerergebnis in der Größenordnung von 450 Millionen Euro, nach 261 Millionen im Vorjahr. Für dieses Jahr hatte MAN bisher als Vorsteuerergebnis zumindest 400 Millionen Euro in Aussicht gestellt. 2005 solle der Umsatz gestützt auf den guten Auftragsbestand "nochmals spürbar zulegen". MAN zeigte sich zuversichtlich, auch das Ergebnis "noch mal ausbauen zu können".

Börsianern zufolge sind die MAN-Zahlen deutlich besser ausgefallen als erwartet. Das Ergebnis könne überzeugen, auch wenn der Umsatz leicht unter den Erwartungen liege, sagte ein Händler. Das einzige Problem scheine zu sein, dass die Produktion nicht mit den Aufträgen Schritt halte. Der Auftragseingang solle um mindestens 17 Prozent auf gut 16 Milliarden Euro steigen. Beim Umsatz rechnet MAN mit rund 15 (Vorjahr: 13,5) Milliarden Euro.

Der mit Abstand umsatzstärkste Bereich Nutzfahrzeuge soll im diesem Jahr sein Vorsteuerergebnis gegenüber dem Vorjahr (121 Millionen Euro) verdoppeln, teilte MAN weiter mit. Der Bereich Druckmaschinen werde seinen Ertrag zwar deutlich verbessern, das angestrebte ausgeglichene Ergebnis aber nicht erreichen können, da die geplanten Vereinbarungen mit der Belegschaft über Kostensenkung nicht an allen Standorten und zudem mit erheblicher Verspätung abgeschlossen werden könnten.

MAN erwäge angesichts starker Nachfrage nach Nutzfahrzeugen vor allem aus Osteuropa einen Ausbau der Lkw-Fertigung. Bei anhaltend starker Nachfrage müssten zusätzliche Kapazitäten geschaffen werden, sagte der designierte Vorstandschef Hakan Samuelsson am Vorabend vor Journalisten in München. Der Konzern werde binnen sechs Monaten eine Entscheidung über mögliche Erweiterungen fällen. Samuelsson machte zugleich deutlich, dass bei einer Produktionserweiterung vor allem ein Standort in Osteuropa in Betracht komme.

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