Mittwoch, 16. Oktober 2019

T-Online Abschied mit Rekordzahlen

Für den 1. Januar 2005 plant T-Online den Rückzug von der Börse. Zum Abschied meldete Europas größter Internetanbieter noch einmal glänzende Zahlen: Im dritten Quartal gewann T-Online so viele Neukunden wie noch nie. Der Gewinn stieg auf Rekordniveau. Eine zweite Marke soll bald das Wachstum weiter anheizen.

Darmstadt - Im dritten Quartal stieg der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) gegenüber dem Vorjahr um 66 Prozent auf die Rekordsumme von 134,5 Millionen Euro, teilte T-Online am Dienstag mit. Das Nettoergebnis verbesserte sich zugleich auf 86,6 Millionen Euro gegenüber einem Minus von 31 Millionen vor einem Jahr. Der Quartalsumsatz erhöhte sich auf 485,2 (452,7) Millionen Euro.

 T-Online: Eine neue Billigmarke soll dem Internatanbieter künftig noch mehr DSL-Kunden bringen
T-Online: Eine neue Billigmarke soll dem Internatanbieter künftig noch mehr DSL-Kunden bringen
Für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres verbuchte T-Online einen Anstieg des Ebitda gegenüber dem Vorjahr um 63 Prozent von 234,6 auf 382,8 Millionen Euro. Der Umsatz erhöhte sich in diesem Zeitraum auf 1,473 (1,336) Milliarden Euro und der Überschuss auf 254,2 Millionen Euro. Analysten hatten im Durchschnitt mit einem Umsatzzuwachs auf 1,486 Milliarden Euro und mit einem Anstieg des Ebitda auf 364 Millionen Euro gerechnet.

Im vergangenen Jahr hatte Europas größter Internetanbieter einen Fehlbetrag von 102,3 Millionen Euro ausgewiesen. Das Umsatzplus begründete das Unternehmen auch mit der Übernahme der Scout24-Gruppe. T-Online Börsen-Chart zeigen selbst steht unmittelbar vor der Verschmelzung mit dem Mutterkonzern Deutsche Telekom Börsen-Chart zeigen zum 1. Januar 2005.

Jahresprognose angehoben

Angesichts der guten Zahlen erhöhte T-Online seine Prognose für das Gesamtjahr. Vorstandschef Rainer Beaujean sagte, das Ebitda werde im Jahr 2004 bei 460 Millionen Euro liegen. Bisher hatte T-Online ein Ebitda zwischen 400 und 450 Millionen Euro prognostiziert.

Im wichtigen Breitbandmarkt habe das Unternehmen 291.000 neue DSL-Tarifkunden gewinnen können - so viele wie noch nie. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies eine Steigerung um 11 Prozent. Das Unternehmen sei auf gutem Weg, seine selbst gesteckten Ziele im DSL-Geschäft zu erreichen: Für das Gesamtjahr will T-Online 50 Prozent aller neuen DSL-Nutzer in Deutschland für sich gewinnen.

Grund für das starke Wachstum sei vor allem eine befristete Werbeaktion gewesen, unter anderem mit Verzicht auf die Grundgebühr. Das intensivere Marketing ging jedoch nicht zu Lasten der Profitabilität. Die Rohertragsmarge stieg im dritten Quartal auf den bisherigen Höchstwert von 69,9 Prozent nach 59,3 Prozent vor einem Jahr. Eine weiter verbesserte Netzauslastung sowie eine Verringerung der übrigen Herstellungskosten hätten dazu beigetragen.

Angesichts des scharfen Wettbewerbs im DSL-Markt will T-Online in Kürze eine weitere Marke etablieren. "Wir positionieren eine zweite Marke", sagte Vorstandschef Rainer Beaujean in einer Telefonkonferenz. T-Online werde damit ein neues Marktsegment erschließen, das mit der service- und qualitätsorientierten Marke T-Online nicht erreicht werde. Die Zweitmarke, deren Namen Beuajean nicht nannte, soll über ein reduziertes Angebot verfügen und nur Internet-Zugänge anbieten.

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