Merck & Co. Vioxx-Nebenwirkungen vertuscht?

Die Nebenwirkungen seines Arthrosemittels Vioxx waren dem US-Pharmakonzern Merck & Co. möglicherweise schon seit Jahren bekannt. Interne Dokumente belegen Medienberichten zufolge, dass Mitarbeiter versucht haben, klinische Tests zu manipulieren.

New York - Wie das "Wall Street Journal" unter Berufung auf interne E-Mails und Marketingunterlagen berichtet, kämpfte Merck & Co.  jahrelang mit Nachdruck dagegen, dass die kommerziellen Chancen des Medikaments durch Sicherheitsbedenken zerstört werden könnten. Die Merck-Aktie brach nach der Veröffentlichung des Berichts um knapp 10 Prozent ein.

Bereits Mitte der neunziger Jahre habe man bei Merck befürchtet, dass das Medikament im Vergleich zu herkömmlichen Schmerzmitteln ein höheres Risiko von Herz- und Schlaganfällen mit sich bringt. Mehrere Mitarbeiter hätten in einer Reihe von E-Mails diskutiert, wie ein klinischer Test angelegt werden müsse, um den Unterschied bei einer solchen Gegenüberstellung zu minimieren. Zugleich hätten sie sich eingestanden, dass dies schwer zu kaschieren sein würde.

Forschungschef Edward Scolnick habe in einer E-Mail an Kollegen vom 9. März 2000 geschrieben, dass die Herz- und Gefäßprobleme "klar vorhanden" seien und sie "eine Schande" genannt. In einem Schulungsdokument des Unternehmens seien potenzielle schwierige Fragen zu Vioxx aufgelistet und mit der Anweisung "Ausweichen!" in Großbuchstaben versehen worden." Dem Blatt zufolge könnten einige der internen Dokumente dem Unternehmen in den Prozessen schaden, die von Vioxx-Patienten angestrengt wurden.

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