Borussia Dortmund Präsident Niebaum tritt zurück

Gerd Niebaum tritt als Präsident des börsennotierten Fußball-Bundesligisten am 14. November zurück. Er schlug selbst seinen Vorgänger Reinhard Rauball als Nachfolger vor. Niebaum zieht damit die Konsequenz aus mehr als 118 Millionen Euro Schulden und vieler Vorwürfe gegen seine Amtsführung.

Dortmund - Der Abschied Niebaums ist das Ergebnis einer außerordentlichen Sitzung der wichtigsten Vereinsgremien am Sonntag in Dortmund. BVB-Großaktionär Florian Homm hatte zuvor den Druck auf den Präsidenten des krisengeschüttelten Bundesligavereins erhöht.

Rauball wird auf Wunsch der Geschäftsführung ab sofort für den Bereich Profifußball zuständig sein, wie der Verein am Sonntagnachmittag mitteilte. Durch diese Personalentscheidung könne sich die Geschäftsführung verstärkt mit der notwendigen Konsolidierung befassen.

Zudem wurde festgelegt, dass Dr. Winfried Materna seinen Vorsitz im Aufsichtsrat niederlegt und kurzfristig aus dem Aufsichtsrat ausscheidet. Gerd Pieper, selbstständiger Unternehmer und Präsident der Industrie- und Handelskammer Bochum hat sich bereit erklärt, das vakante Amt zu übernehmen.

Weiterhin Geschäftsführer der KgaA

Der zuletzt verstärkt in die Kritik geratene Niebaum wird allerdings seinen Vertrag als Geschäftsführer der Kommanditgesellschaft auf Aktien an der Seite von Manager Michael Meier bis 2006 erfüllen. "Er wird gemeinsam mit Meier das mit den Gremien beschlossene Konsolidierungsprogramm vorantreiben", erklärte der Verein.

Zuvor hatte BVG-Großaktionär Florian Homm deutliche Kritik an Niebaum geübt. "Herr Dr. Niebaum gerät fast täglich durch die Veröffentlichungen neuer Enthüllungen unter Druck", hatte Fondsmanager Homm gegenüber der Bild am Sonntag geäußert. "Unabhängig davon, ob diese alle der Wahrheit entsprechen sage ich: Diese Vielzahl an Enthüllungen schadet dem Unternehmen Borussia Dortmund. Das Unternehmen muss in dieser entscheidenden Phase seine Glaubwürdigkeit stärken und nicht schwächen."

Die internen Pläne, Niebaum durch Rauball zu ersetzen, hatte Homm bereits in der ARD-Sportschau bestätigt. Der BVB-Großaktionär, der rund 30 Prozent der Anteile des börsennotierten Klubs hält, hatte vor der Kapitalerhöhung Niebaums Rückzug bis spätestens 2006 gefordert. Die Existenz des entsprechenden Schriftstückes, das Niebaum und Meier gegenzeichneten, hatte der BVB-Präsident zunächst geleugnet, dann aber zugeben müssen.

Unterdessen erhebt das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" weitere Vorwürfe gegen Niebaum. Der 55 Jahre alte Wirtschaftsjurist soll private Interessen mit denen des Klubs verquickt haben.

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