DekaBank "Kaufen Immofonds notfalls komplett auf"

Die DekaBank will ihren in die Krise geratenen offenen Immobilienfonds aus eigener Kraft stabilisieren. Notfalls werde sie ihn komplett aufkaufen. Eine Schließung komme nicht in Betracht. Die Bank räumt indes Fehler ein, will aber keine personellen Konsequenzen ziehen.

Frankfurt - Die DekaBank wird nach einem Beschluss des Verwaltungsrates ihren mit hohen Mittelabflüssen kämpfenden offenen Immobilienfonds aus eigener Kraft stabilisieren. Die DekaBank werde die Liquidität ihres auf Deutschland ausgerichteten Fonds, der im vergangenen Jahr netto 1,6 Milliarden Euro an Anlegergeldern verloren hat, unter allen Umständen sicherstellen, sagte Sparkassen-Präsident Dietrich Hoppenstedt am Mittwochabend in Frankfurt.

Hoppenstedt ist auch Vorsitzender des Deka-Verwaltungsrates. "Das bedeutet: Die DekaBank kann unbegrenzt weitere Anteilsscheine des Fonds in den eigenen Bestand übernehmen", führte er aus. Eine Schließung des Fonds oder eine zeitweilige Aussetzung der Anteilsrücknahme kämen nicht in Betracht.

Die beiden Eigentümergruppen - Landesbanken und Sparkassenverbände - stünden uneingeschränkt hinter der DekaBank und ihren Fondsprodukten, ergänzte Hoppenstedt nach einer knapp dreistündigen Krisensitzung, die mit einem einstimmigen Beschluss endete. Eine Limitierung des Rückkaufs auf drei Milliarden Euro und eine Aufteilung des Rückkaufs auf die Eigentümer - wie in Medienberichten zuletzt immer wieder genannt - werde es nicht geben.

Deka würde Immofonds notfalls komplett aufkaufen

DekaBank-Chef Axel Weber, der zuletzt wegen der schwachen Fondsentwicklung in die Kritik geraten ist, betonte, sein Haus sei stark genug, um die Probleme lösen zu können und die Liquidität zu sichern. Notfalls könne die Deka den Fonds auch komplett aufkaufen. Als Indiz für die Finanzkraft seines Hauses prognostizierte Weber für dieses Jahr ein Betriebsergebnis vor Risikovorsorge in Höhe von rund 500 Millionen Euro.

Die Eigentümer, die nicht mit negativen Auswirkungen auf ihre Dividende rechnen müssten, könnten die Deka unterstützen und auf freiwilliger Basis Anteile aufkaufen, ergänzte Weber. Insgesamt sehe er Anzeichen, dass sich die Lage auf dem Immobilienmarkt nicht weiter verschlechtere. Dadurch könne sich die Entwicklung des Immobilienfonds im nächsten Jahr bessern.

Die DekaBank hat zur Liquiditätssicherung des Fonds bereits Anteile - Finanzkreisen zufolge in Höhe von 200 Millionen Euro - zurückgekauft, Kredite aufgenommen und Immobilien veräußert.

Hoppenstedt räumt Fehler ein

Hoppenstedt räumte allerdings auch Fehler ein. Nicht nur die angespannte Lage auf den Immobilienmärkten hätte in den vergangenen Monaten und Wochen Anleger dazu bewogen, Fondsanteile zu verkaufen, sondern auch unvorsichtige Äußerungen aus der Deka-Bank selbst. Dennoch wird die DekaBank wegen des Skandals um ihren Deka-Immobilienfonds zunächst keine personellen Konsequenzen ziehen. "Wir wollen personelle Themen nicht diskutieren", sagte Fritz Oelrich, Mitglied des Vorstands der DekaBank nach der Verwaltungsratssitzung.

In die Schlagzeilen war die DekaBank bereits gekommen, weil die Staatsanwaltschaft gegen einen früheren Manager ihrer Immobilientochter ermittelt. Ihm wird vorgeworfen, in die Korruptionsaffäre im Frankfurter Immobilienmarkt verstrickt zu sein.