Rohöl Preis nähert sich der 50-Dollar-Marke

Die Ölpreise an den Terminmärkten erreichen neue Höchststände. In New York notiert der Barrelpreis knapp unter der Marke von 50 Dollar. In London kostet die Nordseesorte Brent mehr als 46 Dollar.

New York/London - Die amerikanischen Rohölpreise haben nahezu die historische Rekordmarke von 50 Dollar erreicht. In London stieg der Ölpreis erstmals über die Marke von 46 Dollar. Kurz nach Handelseröffnung an der Internationalen Ölbörse IPE stieg der November-Future über ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent bis auf 46,05 Dollar. Bis 12 Uhr fiel der Future allerdings wieder etwas zurück und stieg zuletzt um 0,55 Prozent auf 45,58 Dollar.

In New York kletterte der Preis für Rohöl zur Novemberauslieferung am Montagmorgen im elektronischen Handel am New Yorker Warenterminmarkt Nymex um bis zu 51 Cent oder ein Prozent auf 49,39 Dollar je Barrel gestiegen. Der Ölpreis lag damit nur minimal unter seinem Rekordhoch von 49,40 Dollar je Barrel vom 20. August. Die US-Ölpreise sind seit Anfang vergangener Woche um mehr als acht Prozent in die Höhe geschossen. Sie haben acht Tage in Reihenfolge zugelegt.

Mehrere Faktoren treiben den Ölpreis

Preistreibend ausgewirkt haben sich starke Produktions- und Ölimportunterbrechungen im Golf von Mexiko, rückläufige US-Ölreserven, die Angst vor neuen Anschlägen auf Ölanlagen im Irak, Schießereien in Saudi Arabien und die Sorge über Rebellendrohungen in Nigeria. Hinzu kam der ungelöste Steuerkonflikt bei dem größten russischen Ölexporteur Yukos, der die russischen Ölausfuhren behindern könnte.

Hurrikan "Ivan" hatte mehrere Bohrinseln im Golf von Mexiko beschädigt und zeitweise einen riesigen Ölimporthafen sowie zahlreiche Raffinerien an der Golfküste lahm gelegt. Seine Nachwehen waren eine der Hauptursachen für den starken Preisanstieg. Dagegen wirkte sich der am Sonntag zu einem tropischen Sturm herabgestufte jüngste Hurrikan "Jeanne" nicht aus, weil er die Öl- und Erdgasgebiete im westlichen Golf von Mexiko nicht beeinträchtigt hatte.

US-Ölreserven auf niedrigstem Stand seit 29 Jahren

Die US-Ölreserven - die Regierung leiht derzeit Öl an Raffinerien aus - sind in der vergangenen Berichtswoche um 9,1 Millionen auf 269,5 Millionen Barrel gefallen. Das war der niedrigste Stand seit 29 Jahren. Die Hedgefonds, die sich in den vergangenen Wochen in den Ölmärkten stark zurückgehalten hatten, sind jetzt nach jüngsten US-Zahlen wieder mit verstärkten Käufen dabei. Hinzu kommt ein baldiger verstärkter Rohölbedarf der Raffinerien in Vorbereitung auf die Heizölsaison für den kommenden Winter.

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