Sino AG Aktie startet zu 7,40 Euro

Die Aktie des Online-Brokers Sino ist am Montag erstmals in Frankfurt und Düsseldorf notiert worden. Das Unternehmen will mit Comdirect und Consors konkurrieren. Es versteht sich als Plattform für Kunden, die extrem viel handeln.

Frankfurt/Düsseldorf - Die Aktien des Online-Brokers Sino  sind am Montag mit 7,40 Euro erstmals an der Börse notiert worden. Die Analysten von SES Research hatten den fairen Wert der Sino-Aktie in einer Studie bei 9,19 Euro gesehen.

Seit diesem Montag ist das gesamte Grundkapital der 1998 gegründeten Sino AG in Höhe von 1,753 Millionen Aktien zum Handel am Geregelten Markt in Düsseldorf sowie im Frankfurter Freiverkehr zugelassen. Damit beläuft sich der Börsenwert des rund 300 Kunden betreuenden Online-Brokers, der mit Comdirect  oder Consors konkurriert, nach Reuters-Berechnungen auf rund 13 Millionen Euro.

Da die Anteilsscheine der bisherigen Sino-Aktionäre direkt in den Börsenhandel einbezogen wurden, ohne dass zusätzliche Aktien platziert worden waren, handelt es sich nicht um einen Börsengang im klassischen Sinne wie bei den anderen vier Erstnotizen in diesem Jahr. Der Preis der Sino-Aktie wurde durch Angebot und Nachfrage im Börsenhandel ermittelt und nicht vorher im Rahmen des so genannten Bookbuildingverfahrens festgelegt.

Die Sino AG versteht sich bislang nach eigenen Angaben als Handelsplattform für so genannte Heavy Trader. Rund 300 dieser Kunden mit einem einem durchschnittlichen Depotvolumen von etwa 220.000 Euro betreut der Anbieter, heißt es. "Typische Sino-Kunden" bringen es nach Angaben des Unternehmens auf etwa 200 Orders im Monat. Sie machten damit rund den 1000-fachen Umsatz eines herkömmlichen Discountbroker-Kunden.

Unter den Kunden befinden sich auch professionelle Wertpapierhändler, die früher für Banken, Makler und Wertpapierhäuser gearbeitet haben und jetzt auf eigene Rechnung auf der Sino-Plattform handeln.

Sino beschäftigt derzeit 20 Mitarbeiter und war im Gegensatz zu den Branchengrößen Comdirect, Consors oder Direkt Anlage Bank von Beginn an profitabel. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2003/04, also zum 30. Juni, stieg der Gewinn vor Steuern um 31,3 Prozent auf 1,02 Millionen Euro.

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