BVB Starke Worte von Florian Homm

Der neue Borussia-Dortmund-Großaktionär hat das BVB-Management scharf kritisiert. "Schwacher finanzieller Auftritt, schwacher Management-Auftritt, schwache sportliche Leistungen", sagte Homm und drohte mit Konsequenzen.

Frankfurt - Er werde den Vorstand nur unter der Bedingung unterstützen, dass die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholt würden, die Finanzstruktur gestärkt werde und es sportlich aufwärts gehe, sagte Homm dem Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL. "Sollte das Management den BVB nicht erfolgreich auf eine solidere finanzielle Basis stellen, wird es durch fähigere Personen ersetzt werden müssen."

Der umstrittene Großanleger Homm, gegen den die Finanzaufsicht jüngst ein Bußgeld wegen Kursmanipulationen mit Aktien der Sixt AG verhängt hatte, ließ offen, wie er auf das BVB-Management Einfluss nehmen will - bei der Rechtsform der GmbH & Co KGaA haben Aktionäre in der Regel nur sehr geringe Einflussmöglichkeiten.

Die BVB-Aktie , die zum Börsenstart vor knapp vier Jahren noch elf Euro gekostet hatte, ist inzwischen nur noch um die 2,50 Euro wert.

Sind die Schwarz-Gelben nur rot oder sehr rot?

Die BVB-Geschäftsführung reagierte auf Homms Worte bisher nicht öffentlich. Trotz der jüngsten negativen Schlagzeilen über die Finanzmisere des Vereins sieht sie die geplante Kapitalerhöhung nicht in Gefahr. "Wir haben bindende Erwerbsangebote von institutionellen Investoren", sagte BVB-Geschäftsführer Gerd Niebaum der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

Niebaum widersprach nach einem Vorabbericht vom Samstag zugleich Spekulationen über einen gewaltigen Schuldenberg des börsennotierten Fußballbundesligisten. Meldungen über Verbindlichkeiten von 150 Millionen Euro seien "schlicht falsch." Konkrete Zahlen nannte er unter Verweis auf die Börsen-Plichtmeldungen nicht.

Das genaue Ausmaß der schwarz-gelben Finanzmisere will die Geschäftsführung den Angaben nach am 8. Oktober bekannt geben. Über die Kapitalerhöhung im Verhältnis 2:1 sollen maximal 24,4 Millionen Euro zur Schuldentilgung hereingeholt werden.

Borussia Dortmund hatte vergangene Woche in einer Pflichtmeldung bekanntgegeben, dass der Einzelabschluss für das Geschäftsjahr 2003/2004 einen Verlust vor Abschreibungen, Buchverlusten, Zinsen und Steuern (Ebitda) von voraussichtlich 21 bis 22 Millionen Euro vorsieht. Bei Abschreibungen und Buchverlusten von rund 45 Millionen Euro, die zu 90 Prozent die bilanzierten Spielerwerte betreffen, liege das negative Vorsteuerergebnis (Ebit) bei 67 Millionen Euro. Das wäre am oberen Ende von Analystenerwartungen.

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