Montag, 22. April 2019

Lebensversicherer Die stille Last

2. Teil: Wenige Große tragen die dickste Last

Sicherheitsmittel mitunter kleiner als stille Lasten

Überraschend stellt sich dabei für Map-Report-Analyst Poweleit der Umfang der Lasten bei den großen Lebensversicherern dar. Das Quintett aus Deutscher Herold, Axa, Volksfürsorge, Victoria und Hamburg-Mannheimer vereinte Ende 2003 rund 51 Prozent aller stillen Lasten auf sich. Bei Axa und Victoria überstiegen der Analyse zufolge diese Lasten sogar noch die besagten Sicherheitsmittel.

Rund 507 Millionen Euro schleppte die Axa Ende 2003 noch an stillen Lasten mit sich, 1,3 Milliarden Euro waren es Ende 2002. Die Victoria baute ihre Lasten deutlich schneller ab. Sie reduzierte diese von 2,2 Milliarden Euro (2002) auf 487 Millionen Euro in 2003. Diese Leistung nötige zwar Respekt ab, doch von einer Entwarnung dürfe noch nicht gesprochen werden, so Map-Report.

Allianz Leben steht gut da

Gut steht aus Sicht der Experten die Allianz Leben Börsen-Chart zeigen da. Zwar wies auch der Marktführer Ende vergangenen Jahres noch stille Lasten von rund 363 Millionen Euro aus. Diese betrugen aber lediglich 8,6 Prozent der Sicherheitsmittel. Zugleich konnte die Allianz Leben ihren Marktanteil auf 15,18 Prozent ausbauen. Bei den Ablaufleistungen der Policen verbesserte sich die Tochter des Finanzgiganten Allianz laut Map-Report auf den 11. vom 15. Rang. Diese Leistungen liegen laut Report 4,1 Prozent über dem Marktdurchschnitt.

Debeka profitiert von vorsichtiger Anlagestrategie

Noch besser beurteilen die Experten des Branchendienstes den Koblenzer Lebensversicherer Debeka. Das Unternehmen ist frei von stillen Lasten, auch eine Folge der Tatsache, dass der Versicherer in den vergangenen Jahren weit gehend die Finger von Aktien gelassen habe.

Die Debeka hatte bei einem Map-Report-Ranking deutscher Lebensversicherer unlängst Bestnoten eingeheimst. Bei den Ablaufleistungen zwölf Jahre lang laufender Policen liegt der Anbieter rund 33 Prozent über dem Durchschnitt der Branche, was Poweleit auch auf die geringen Verwaltungskosten des Unternehmens zurückführt: Sie betragen weniger als die Hälfte des Branchendurchschnitts. Die Quote vorzeitiger Kündigungen der Lebensversicherungsverträge durch die Kunden liege mit 3,46 Prozent ebenfalls weit unter dem Marktdurchschnitt (5,37 Prozent).

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