Escada "Das ist keine Eintagsfliege"

Der Luxusmodehersteller rechnet nach drastischen Kostensenkungen und dem ersten Auftragszuwachs seit drei Jahren wieder mit Gewinnen. Analysten sind von den Umstrukturierungen überzeugt.

München - Der Auftragsbestand liege nach dem Ende der Verkaufssaison für die Kollektionen für Frühjahr/Sommer 2005 wertmäßig um zwei Prozent über dem Vorjahreswert, teilte die im Kleinwertesegment SDax  gelistete Escada  am Dienstag in Aschheim bei München mit. "Das ist der erste Zuwachs seit der Verkaufssaison für Frühjahr/Sommer 2002", hieß es.

Für das Geschäftsjahr 2004/05 (zum 31. Oktober) stellte Finanzvorstand Georg Kellinghusen deutliche Ergebniszuwächse in Aussicht. Im laufenden Jahr will der Konzern nach dem hohen Verlust des Vorjahres unter dem Strich wieder die Gewinnzone erreichen. An der Börse legte die Escada-Aktie deutlich zu.

"Die Marke Escada und der Konzern wachsen wieder", sagte Vorstandschef Wolfgang Ley in einer Telefonkonferenz. Dies sei besonders erfreulich, da der Damen-Modemarkt immer noch schwer zu kämpfen habe. "Die Schlagzeilen der letzten Wochen haben dazu geführt, dass man in Deutschland nicht gerade zum Konsum eingeladen wird, schon gar nicht von Luxusgütern", sagte er. Die Stimmung habe auch auf die Nachbarländer übergegriffen.

Escada hatte im Geschäftsjahr 2002/03 wegen der schwachen Nachfrage nach Luxusmode 77,7 Millionen Euro Verlust verbucht. Das Unternehmen hat sich daraufhin einen drastischen Sparkurs verordnet und seine Kollektionen in Richtung sportlicherer und jüngerer Mode verändert. Der Abbau von 550 Arbeitsplätzen soll bis zum Ende des Geschäftsjahres abgeschlossen sein, die Kostenbasis wird dann um 40 Millionen Euro niedriger sein. Für 2004/05 kündigte Escada weitere Einsparungen von 20 Millionen Euro an, was auch zu einem weiteren Stellenabbau führen werde.

Umsatz wuchs trotz des schwachen Konsums

Von Mai bis Juli verbuchte Escada ein operatives Ergebnis (Ebitda) von 8,7 Millionen Euro nach einem Verlust von 10,4 Millionen Euro im Vorjahr. Der Umsatz wuchs trotz der schwachen Einzelhandelsmärkte um 3,7 Prozent auf 144,9 Millionen Euro. Durch Restrukturierungskosten von 3,7 Millionen Euro, die vor allem durch die Vereinbarung mit dem Insolvenzverwalter der früheren Beteiligung Feraud auf eine Einmalzahlung entstanden, verbuchte Escada nach Steuern einen Verlust von 2,4 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte das Minus 44,1 Millionen Euro betragen. An der Prognose für 2003/04, wonach der Umsatz stabil bleiben und der Betriebsgewinn deutlich zulegen soll, hielt Escada fest.

Finanzchef Kellinghusen betonte, damit sei das Kapitel Feraud abgeschlossen. Escada hatte Feraud Ende 2003 verkauft. Kurze Zeit später ging Feraud in die Insolvenz und der neue Eigentümer erhob Forderungen gegen Escada.

Analysten sagten, die Umstrukturierung bei Escada scheine nachhaltig zu sein. "Das ist keine Eintagsfliege", sagte Jörg Frey vom Bankhaus Sal Oppenheim. Volker Bosse von der HVB Group sagte, Escada werde von der gesünderen Kostenbasis profitieren können und bei den Produkten sei das Unternehmen nun stärker auf jüngere Kundschaft ausgerichtet. "Man hat nun auch eine Einstiegs-Preislage für Business-Frauen und das ist im Umsatz und den Vorbestellungen zu sehen."

An der Börse legte die Escada-Aktie bis zum Mittag um 4,5 Prozent auf 14,30 Euro zu, während der Gesamtmarkt nur leicht fester tendierte.

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