Immobilienskandal Jetzt ermittelt auch die Finanzaufsicht

Der Korruptionsskandal in der Frankfurter Banken- und Immobilienbranche ruft die deutsche Finanzaufsicht auf den Plan. Die Bafin hat Nachforschungen zu den umfangreichen Schmiergeldzahlungen aufgenommen und prüft, ob Fondsanleger womöglich geschädigt wurden.

Frankfurt - Eine Sprecherin bestätigte am Wochenende einen entsprechenden Vorabbericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel". Besonders bei der Deka Bank werde überprüft, ob Anleger geschädigt worden seien. Das Sparkassen-Institut hatte sich in der vergangenen Woche wegen "Unregelmäßigkeiten" vom Geschäftsführer der Deka Immobilien Investment GmbH getrennt, der sich kurz darauf bei der Staatsanwaltschaft meldete und bereits ausgesagt hat.

Die Deka hat eine interne Untersuchung eingeleitet und will mit den Ermittlern der Staatsanwaltschaft kooperieren. Deka Immobilen verwaltet einem Bericht der "Welt am Sonntag" zufolge drei offene Immobilienfonds. Sollte einer der Fonds geschädigt worden sein, so habe die Fondsgesellschaft einen Anspruch gegenüber dem Schädiger und müsse diesen im Sinne ihrer Anleger geltend machen.

Neben der Deka ist nach bisher bekannten Informationen auch die Deutsche Bank-Tochter DB Real Estate betroffen. Sie verwaltet die beiden Fonds "Grundbesitz global" und "Grundbesitz invest". Über den Fall eines ehemaligen Gebäudemanagers der DB Real Estate war die Staatsanwaltschaft offenbar überhaupt erst auf die Betrügereien in großem Stil aufmerksam geworden.

Wie der "Focus" am Wochenende vorab berichtete, breitet sich der Frankfurter Immobilienskandal immer weiter aus. Nach Informationen des Magazins geht es bei den Ermittlungen um ein gutes Dutzend Bauprojekte in ganz Deutschland, darunter das Wiesbadener Büro-Projekt Abraham-Lincoln-Park. Die Staatsanwaltschaft hatte bislang von mehreren Komplexen gesprochen, aber außer dem Investmentbanking-Center der Deutschen Bank in Frankfurt keine Namen genannt.

Insgesamt wird gegen mehr als 40 Personen eines "engen Beziehungsgeflechts" in der Frankfurter Immobilienwirtschaft ermittelt, von denen bereits mehrere ausgesagt oder sich selbst angezeigt haben. Ein der Bestechung beschuldigter Architekt sagte Frankfurter Zeitungen, dass er sich keine Aufträge erkauft habe. Erst nach der Erteilung durch den Bauherren seien "die Herren Manager" gekommen und hätten 150.000 Euro für weiteres Entgegenkommen bei der Bauabwicklung verlangt. Er habe dieses Geld nicht schwarz gezahlt.