Märkte Kein guter Tag für VW

Nach den jüngsten US-Absatzzahlen könnte heute vor allem die Aktie von VW einen turbulenten Tag erleben. Der VW-Absatz in den USA ist um 30 Prozent eingebrochen, zudem fliegt die Aktie aus dem EuroStoxx 50. Besser erging es BMW und Porsche. Belastend auf den Gesamtmarkt wird der wieder deutlich gestiegene Ölpreis wirken.

Hamburg/Frankfurt am Main - Die deutschen Aktienmärkte sehen sich am Donnerstag uneinheitlichen Vorgaben der Wall Street ausgesetzt. Der Dow Jones  beendete den Handel 0,1 Prozent leichter auf 10.168 Punkten. Der Nasdaq Composite  rückte dagegen um 0,7 Prozent auf 1850 Zähler vor. Beide Indizes hatten nach Handelsschluss in Deutschland allerdings etwas schwächer geschlossen.

Belastend wirkte auf die Standardtitel der wieder um zwei auf rund 44 Dollar je Barrel angezogene Ölpreis, während sich Technologiewerte von ihren jüngsten Verlusten erholten konnten. Dabei profitierten sie von Kursgewinnen des weltgrößten Chipkonzerns Intel . Die Papiere legten um 0,66 Prozent auf 21,43 Dollar zu. Nachdem während der vergangenen Tage einige Analysten ihre Geschäftsprognosen für den Chip-Konzern reduziert hatten, setzte nach Angaben von Händlern ein Stimmungswandel am Markt zu Gunsten Intels ein. Der Konzern will heute nach US-Börsenschluss seinen Ausblick zur Quartalsmitte vorlegen.

VW-Absatz in den USA bricht drastisch ein

Im Fokus der Börsianer dürften am Donnerstag zunächst die Aktien deutscher Autokonzerne stehen, die nach Handelsschluss ihre jüngsten US-Absatzzahlen bekannt gegeben hatten. Volkswagen  meldete einen Einbruch der US-Verkäufe um 30 Prozent im Monat August, die der Konzerntochter Audi fielen um 15,6 Prozent. Belastend dürfte sich für die Aktie von Volkswagen auch auswirken, dass sie ab 20. September nicht mehr im EuroStoxx 50  notiert. Der Index umfasst die 50 größten börsennotierten Unternehmen der Euro-Zone.

Die Verkäufe von DaimlerChrysler  gingen dagegen mit sechs Prozent vergleichsweise moderat zurück. Auch Weltmarktführer General Motors  und der zweitgrößte US-Autobauer Ford  meldeten Absatzrückgänge.

Bei Porsche  glichen der Geländewagen Cayenne und auch die 911er-Modellreihe Rückgänge beim Boxster mehr als aus. Während der Verkauf der 911er-Baureihe um 27 Prozent zulegte und vom Cayenne 24 Prozent mehr verkauft wurden, sackte der Boxster den Angaben zufolge um 45 Prozent ab. Eine hohe Nachfrage verzeichnete das neue 911er Modell, von dem in den ersten vier Tagen seit der Markteinführung am 28. August bereits 386 Einheiten verkauft wurden.

Die BMW  Group steigerte unterdessen ihren US-Absatz der Marken BMW und Mini um 6,2 Prozent. Dem deutlichen Absatzplus bei BMW - plus 9,4 Prozent auf 22.167 Fahrzeuge - stand jedoch bei der Marke Mini ein Rückgang von 17 Prozent auf 2.334 Fahrzeuge gegenüber.

Die Berechnung der Veränderungsraten war nicht bereinigt um die unterschiedliche Zahl der Verkaufstage. Der August 2004 hatte 25 Verkaufstage im Vergleich zu 27 Verkaufstagen im gleichen Monat des vergangenen Jahres.

In den Blickpunkt der Investoren dürften auch die Aktien von Bayer  geraten. Die Titel des Konzerns fliegen aus dem Stoxx, der die 50 größten börsennotierten Unternehmen Europas umfasst.

Keine Zinserhöhung durch die EZB erwartet

Keine Überraschungen sind indes vom der Europäischen Zentralbank (EZB) zu erwarten. Sie berät heute in Frankfurt über das Zinsniveau. Nach Einschätzung von Analysten und Volkswirten wird die Notenbank den Leitzins unverändert auf dem historisch niedrigen Niveau von 2 Prozent belassen. Niedrige Zinsen verbilligen Kredite und Investitionen und stützen die Wirtschaft. Die EZB sieht trotz des hohen Ölpreises und der gestiegenen Inflation die Preisstabilität weiterhin gewahrt. Wegen der hohen Ölpreise lag die jährliche Teuerungsrate in der Euro-Zone zuletzt im August bei 2,3 Prozent.

Münchener Rück bleibt bei "Charley" gelassen"

Der weltgrößte Rückversicherer, die Münchener Rück , hat am Mittwoch nach Börsenschluss die Ergebnisprognose für 2004 erneut bekräftigt. Der Konzern plane trotz der Belastungen durch den Hurrikan "Charley" weiter ein Nettoergebnis von zwei Milliarden Euro, hieß es am Mittwochabend. Die Belastungen lägen wie bereits bekannt im niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich.

Air France verdoppelt Überschuss

Geschäftszahlen meldete am Donnerstagmorgen die französische Fluggesellschaft Air France. Das Unternehmen hat im ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres 2004/2005 den Überschuss mehr als verdoppelt. Zwischen April und Juni legte der Überschuss um 106,5 Prozent auf 95 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahresquartal zu, teilte die Fluggesellschaft am Donnerstag in Paris mit.

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