Anlegerrechte Verschwiegene Konzerne

Internationale Schwergewichte wie Coca-Cola, McDonald's oder Unilever verstoßen gegen das Wertpapiergesetz. Trotz einer Notierung in Deutschland veröffentlichen die Konzerne keine Ad-hoc-Meldungen. Nun will die BaFin härter durchgreifen. Millionenschwere Bußgelder drohen.

Hamburg/Frankfurt am Main - Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) will künftig verstärkt darauf dringen, dass ausländische Unternehmen ihre Meldepflichten erfüllen. Kursbeeinflussende Nachrichten oder neue, den Geschäftsbereich betreffende Tatsachen müssten sofort veröffentlicht werden, sagte BaFin-Sprecherin Sabine Reimer am Mittwoch im Gespräch mit manager-magazin.de. "Da gibt es keinen Unterschied zwischen ausländischen und inländischen Gesellschaften." Reimer bestätigte damit einen Bericht der "Wirtschaftswoche".

Rund 30 Unternehmen stehen im Rahmen der Prüfung im Visier der BaFin, darunter so prominente Konzerne wie Agfa-Gevaert , Coca-Cola , Colgate-Palmolive , Fiat , General Motors , Gillette , IBM , McDonald's , Unilever  oder Telecom Italia . Die Unternehmen seien angeschrieben worden.

"Wir wollen näher betrachten, warum sie so wenig oder gar nichts veröffentlicht haben", sagte Reimer. "Möglicherweise ist es nur Nachlässigkeit." Die Höhe eines möglichen Bußgeldes richte sich unter anderem nach dem Verschulden. Nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa drohen den Unternehmen Bußgelder von jeweils bis zu 1,5 Millionen Euro.

Im vergangenen Jahr mussten elf deutsche Unternehmen aufgrund von Verstößen gegen die Meldepflicht ein Bußgeld von durchschnittlich knapp 100.000 Euro zahlen.

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