Tui Zerschlagung bei Dax-Abstieg?

Sollte Tui aus dem Dax absteigen, droht dem Reisekonzern die Zerschlagung durch einen Investor, sagen Experten. Doch noch seien die Konkurrenten zu sehr mit sich selbst beschäftigt, als dass sie die Übernahme schultern könnten. Der Fanatsie tut dies aber keinen Abbruch.

Hannover - Europas größtem Touristikunternehmen Tui  droht Experten zufolge die Zerschlagung. "Diese Gefahr besteht durchaus", sagte der Touristikexperte Dieter Schneiderbauer von der Unternehmensberatung Mercer dem "Tagesspiegel" (Montag).

Diese Gefahr würde weiter wachsen, wenn Tui Anfang September aus dem Börsenindex Dax  herausfallen sollte. Es sei gut möglich, dass ein großer Finanzinvestor aus den USA den Reisekonzern übernehmen wolle, um die profitable Logistiktochter Hapag Lloyd aus dem Konzern herauszulösen und Gewinn bringend zu verkaufen. Aktien von Tui  notierten am Montag kurz vor Handelsbeginn fester.

Der ehemalige Tui-Vorstand und Touristikprofessor Karl Born sagte der Zeitung: "Wenn ein Investor zuschlägt, wird er die Tui filetieren". Konkretes Interesse anderer Touristikkonzerne oder Hotelketten schloss Schneiderbauer aus. Die anderen Touristikkonzerne seien momentan zu sehr mit ihrem eigenen Strukturwandel in der Krise beschäftigt, als dass sie sich eine solche Übernahme leisten könnten. Die Tui müsse alles dran setzen, im Dax  zu bleiben. "Das würde die Übernahmefantasien dämpfen", sie seien damit aber noch nicht vom Tisch.

WestLB plant möglichst vollständigen Verkauf

Die WestLB hatte am Freitag bestätigt, dass sie den möglichst vollständigen Verkauf ihrer 31,3-Prozent-Beteiligung an Tui plant. Das Aktienpaket solle an einen Investor oder ein Konsortium von Investoren verkauft werden. Weitere Auskünfte zu laufenden Gesprächen würden nicht gegeben. Nach Gerüchten von Montagmorgen peile die Bank einen Preis von mindestens 16,50 Euro je Aktie bei einem möglichen Verkauf an. Die spanische Touristik-Gruppe Barceló hatte dementiert, Interesse zu haben.

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