Samstag, 19. Oktober 2019

Lebensversicherungen Kein neuer Fall für Protektor in Sicht

Der Aufsichtsratsvorsitzende der Lebensversicherungs-Auffanggesellschaft Protektor, Maximilian Zimmerer, erwartet in absehbarer Zeit keine weiteren Fälle für das Unternehmen. Derzeit sei kein Lebensversicherer akut gefährdet.

Frankfurt am Main - "Wir haben keine Anzeichen hierfür", sagte Zimmerer in einem Interview mit der "Börsen-Zeitung" (Samstagausgabe). "Die Erholung der Kapitalmärkte 2003 hat dazu beigetragen, dass stille Verluste abgebaut wurden. Die finanzielle Ausstattung der Unternehmen hat sich also deutlich verbessert."

 Ruhig bleiben: Vorerst kein neuer Fall für Protektor in Sicht
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Ruhig bleiben: Vorerst kein neuer Fall für Protektor in Sicht
Protektor hatte im vergangenen Jahr die Versicherungsbestände der Mannheimer Leben übernommen, die an ihrer Anlagepolitik gescheitert war und das Neugeschäft einstellen musste.

Die Tatsache, dass einige Versicherer die so genannten Stresstests der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) nicht bestanden hätten, bedeute nicht, dass ein Lebensversicherer akut gefährdet sei. "Das bedeutet lediglich, dass die Unternehmen in den unterstellten Crash-Szenarien in Schwierigkeiten kämen. Wenn sich das Risiko der Stresstests nicht verifiziert beziehungsweise rechtzeitig gegengesteuert wird, ist die Situation beherrschbar", sagte Zimmerer.

Im Hinblick auf sein eigenes Unternehmen sagte Zimmerer, der auch Finanzvorstand der Allianz Leben ist, die Aktienquote seines Hauses liege bei rund 13,2 Prozent und sei damit höher als in der Branche. Dort liege sie im Schnitt zwischen sieben und neun Prozent. "Ich halte die Aktienmärkte, insbesondere in Europa, für günstig bewertet und denke daher über einen weiteren Ausbau unserer Aktienquote nach."

Durch die Krise an den Aktienmärkten während der vergangenen Jahre hatten Versicherer deutlich weniger Mittel in Dividendenpapiere angelegt.

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