Continental Auf gutem Kurs

Der Autozulieferer und Reifenhersteller hat nach erfolgreichem Geschäft im ersten Halbjahr seine Prognose für 2004 angehoben. Die Quartalszahlen lagen deutlich über den Prognosen der Analysten.

Hannover - Continental  hat sein operatives Ergebnis im zweiten Quartal gesteigert und damit ebenfalls die Analystenerwartungen übertroffen. Beim Reingewinn musste der Konzern allerdings einen Rückgang hinnehmen, lag damit aber ebenfalls besser als vom Markt erwartet worden war.

Wie Continental am Montag in einem Zwischenbericht mitteilte, erhöhte sich das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) im Zeitraum von April bis Juni auf 237,7 Millionen Euro nach 215,7 Millionen im Vorjahreszeitraum. Der Reingewinn verringerte sich gleichzeitig auf 91,9 Millionen von 108 Millionen im Vergleichszeitraum. Von Reuters befragte Analysten hatten für diesen Zeitraum im Durchschnitt ein operatives Ergebnis für diese Zeitraum von 170 Millionen und einen Überschuss von 74 Millionen erwartet.

Zuvor hatte der hannoversche Konzern nach guten Halbjahreszahlen seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr angehoben. Vorstandschef Manfred Wennemer geht jetzt trotz der Restrukturierungskosten für das Pkw-Reifenwerk im amerikanischen Mayfield von einer Umsatzsteigerung im Gesamtjahr und einem Übertreffen des Vorjahresergebnisses aus. Bislang war ein Ergebniswachstum ohne diese Kosten von insgesamt 120 Millionen Euro in Aussicht gestellt worden.

Continental hatte vor einigen Wochen beschlossen, die Reifenfertigung in Mayfield im US-Bundesstaat Kentucky zum Jahresende für unbestimmte Zeit einzustellen. Dafür fallen Kosten von maximal 140 Millionen Euro an, von denen ein Großteil schon im laufenden Jahr verbucht werden muss.

Lob von Analysten

Der Markt hat den Geschäftszahlen nur zögerlich Respekt gezollt: Ungeachtet des positiven Geschäftsberichts fiel das Papier zunächst ins Minus, bevor es sich wieder nach oben arbeitete. Am Vormittag notierte die Aktie mit 0,5 Prozent im Plus bei 39,40 Euro.

"Die Zahlen waren erheblich über den Konsenserwartungen", sagte Analyst Georg Stürzer von der HypoVereinsbank . Der angehobene Ausblick sei so erhofft worden. "Es gibt keinen Grund, sich an dem Ergebnis zu stören", fügte Stürzer an.

Analyst Michael Punzet von der Landesbank Rheinland-Pfalz erklärte die zwischenzeitlichen Verluste mit Gewinnmitnahmen: "Der Markt verkauft auf gute Nachrichten hin." Die Aktie sei in der Vergangenheit gut gelaufen und inzwischen relativ teuer. Zudem sei die Erwartungshaltung vor Vorlage der Zahlen groß gewesen. "Vielleicht hatte der Markt damit gerechnet, dass der Ausblick mehr als erwartet angehoben wird."

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