Software AG "Rundherum positive Geschäftsentwicklung"

Der zweitgrößte deutsche Software-Hersteller hat seine Gewinnerwartungen für 2004 nach einem erfolgreichen zweiten Quartal angehoben. Der Datenbankanbieter rechnet mit weiteren Kosteneinsparungen und einer steigenden Nachfrage nach Softwarelizenzen.

Frankfurt am Main - Bei der Vorlage des endgültigen Quartalsberichts für die Monate April bis Juni teilte die Software AG  am Donnerstag in Darmstadt mit, im Gesamtjahr sei nun mit einem Gewinn pro Aktie von 2,75 bis 2,85 Euro zu rechnen. Bislang waren 2,50 bis 2,60 Euro je Aktie erwartet worden.

Der operative Gewinn (Ergebnis vor Steuern, Beteiligungsverkäufen und Restrukturierungskosten) werde den Vorjahreswert um rund 40 Prozent übertreffen und auf 83 Millionen Euro steigen. Im Frühjahr war ein Anstieg von 25 Prozent prognostiziert worden.

"Im zweiten Quartal hatten wir rundherum eine positive Geschäftsentwicklung", sagte Finanzchef Arnd Zinnhardt. Analysten bewerteten das Quartalsergebnis positiv und verwiesen auf eine geringe Bewertung der Aktien.

Torsten Schellscheidt, Analyst der WestLB, sagte, "wenn man andere Software-Firmen anschaut, werden die rund mit dem 20 bis 25-fachen des Gewinns bewertet. Bei Software AG ist es gerade elf Mal der Gewinn, das ist natürlich ein Super-Abschlag."

An der Börse kletterten die im Technologiewerte-Index TecDax  notierten Aktien  bei hohen Umsätzen um 2,7 Prozent auf 28,17 Euro.

"Sind weiterhin moderat optimistisch"

"Die Software AG sieht das zweite Halbjahr weiterhin moderat optimistisch", teilte das Unternehmen mit. Die allgemeinen Marktprognosen seien zwar etwas vorsichtiger als noch zu Beginn des Jahres. "Die Konzentration auf zwei Business Lines wird auch weiterhin zu einem Wachstum der Lizenzumsätze bei sinkenden Kosten operativen Kosten führen", begründete die Software AG aber ihren Geschäftsausblick. Das erwartete Wachstum bei Verkäufen von Softwarelizenzen werde jedoch nur ein bis drei Prozent betragen und aus Ländern außerhalb der USA stammen.

Erstmals seit drei Jahren soll sich der Konzernumsatz währungsbereinigt in diesem Geschäftsjahr stabilisieren, nachdem er wegen schwacher Nachfrage nach Software-Produkten stetig gesunken war. Deutliche Wachstumsraten erwartet das 1969 gegründete Unternehmen im kommenden Jahr. "Im Jahr 2005 konzentrieren wir uns auf organisches Wachstum", sagte Konzernchef Karl-Heinz Streibich.

Seit Ende vergangenen Jahres beschränkt sich das hinter SAP  zweitgrößte deutsche Softwarehaus auf Hochleistungsdatenbanken und die Integration verschiedener Software-Anwendungen. Während das traditionelle Geschäft mit Datenbanken im zweiten Quartal um 21 Prozent zugelegte, verzeichnete die als Wachstumsmarkt eingeschätzte Software-Integration nur ein marginales Umsatzplus von zwei Prozent. Für 2005 rechnet die Software AG aber auch hier mit einer kräftigeren Nachfrage.

Stellenabbau und höhere Nachfrage im zweiten Quartal

Für das zweite Quartal des Jahres 2004 hatte die Software AG bereits Mitte Juli erste Geschäftszahlen genannt. In den Monaten April bis Juni hatten sich eine wieder anziehende Nachfrage nach Softwarelizenzen und Kosteneinschnitte durch eine 13-prozentige Stellenstreichung positiv auf das Unternehmensergebnis ausgewirkt. Der mehrere Quartale rückläufige Konzernumsatz legte um knapp drei Prozent auf 106,3 Millionen Euro zu.

Das um Beteiligungsverkäufe bereinigte Vorsteuerergebnis verbesserte sich im zweiten Quartal zum Vorjahr um 39 Prozent auf 24,2 Millionen Euro. Der Nettogewinn stieg den Angaben zufolge auf 39,4 Millionen Euro und kletterte damit binnen Jahresfrist um mehr als das Dreifache. Dazu trug vor allem der Verkauf von Aktien an dem Systemhaus SAP SI  bei.

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