Schering "Yasmin" treibt die Gewinne hoch

Vor allem der starke Absatz der Verhütungsmittel "Yasmin" und "Mirena" hat Schering ein gutes zweites Quartal beschert. Wegen des Erfolges dieser Produkte insbesondere in den USA hat dem Pharmakonzern seine Gewinnprognose heraufgesetzt.

Berlin - Nach einem erheblich besser als erwartet ausgefallenen zweiten Quartal hat der Berliner Pharmakonzern Schering  seine Gewinnprognose für das laufende Jahr angehoben. Das Unternehmen setzt dabei weiterhin auf den vor allem in den USA starken Absatz seiner neuartigen, profitablen Verhütungsmittel "Yasmin" und "Mirena". Nach Bekanntgabe der Zahlen gewann die Aktie von Schering  am Vormittag rund 1,80 Prozent auf 48,22 Euro und führte damit den Dax  an.

2004 soll der Betriebsgewinn nun auf über 700 Millionen Euro steigen, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Die bisherige Erwartung belief sich auf über 663 Millionen Euro. Auch unterm Strich soll der Gewinn höher ausfallen als bislang erwartet. So setzte Schering die Prognose für das Ergebnis je Aktie auf über 2,26 Euro von bisher 2,18 Euro herauf.

Vor allem "Yasmin" und "Mirena" trieben den Betriebsgewinn zwischen April und Juni auf 201 Millionen Euro, was einem Plus von 23 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Auch das wichtigste Schering-Medikament, das Multiple-Sklerose-Präparat "Betaferon", verkaufte sich wieder stärker. Allerdings war das Vorjahresquartal vor allem wegen des niedrigen Dollar-Kurses auch besonders schwach ausgefallen.

Schering lag mit dem Betriebsergebnis im Quartal deutlich über den Prognosen von Reuters befragter Analysten, die im Schnitt nur mit 182 Millionen Euro gerechnet hatten.

Analyst Marcus Konstanti von Sal. Oppenheim sprach von positiven Zahlen. "Die Pläne zur Produktivitätssteigerung zahlen sich deutlich aus", sagte er. "Die angepassten Ziele geben jetzt ein realistischeres Bild." Meng Si von der Bankgesellschaft Berlin sagte: "Vor allem Betaferon hat sich besser als erwartet verkauft." Im ersten Quartal war der Absatz hier noch zurückgegangen. Zudem hätten günstige Währungseffekte in den USA und Japan dem exportorientierten Konzern geholfen. Schering erzielt rund die Hälfte seines Umsatzes im Dollarraum.

Die Analysten von Dresdner Kleinwort Wasserstein haben die Schering-Aktie am Donnerstag mit der Einstufung "Buy" bestätigt. Das Kursziel blieb nach der angehobenen Jahresprognose und einem starken zweiten Quartal unverändert bei 56 Euro. Die Einsparungen bei Personal und Personalkosten hätten kaum Auswirkungen auf das Umsatzwachstum, hieß es zur Begründung in einer Studie.

Schering profitiert von Wechselkurseffekten

Unter anderem auch dank eines gebremsten Dollar-Rückgangs und eines stärkeren Yen konnte der Konzern seinen Quartalsumsatz in Euro wieder leicht auf 1,241 Milliarden Euro steigern. Die Prognose für ein Wachstum des Umsatzes in Landeswährungen im mittleren einstelligen Prozentbereich behielt der Konzern bei.

Im vergangenen Jahr hatte Schering nach einem schwachen zweiten Quartal seine Gewinnprognosen für 2003 noch zurückgenommen. Im Juni dieses Jahres wurde ein Sparprogramm mit dem Namen "Focus" wurde aufgelegt, um die Profitabilität des Konzerns deutlich zu steigern. Im Jahr 2006 soll die Umsatzrendite 18 Prozent betragen, nachdem sie 2003 bei knapp über 14 Prozent lag. Der Branchenschnitt liegt bei über 20 Prozent. Um die Ertragskraft zu erhöhen, will Schering nun etwa die Hälfte seiner Produktionsstätten schließen und weltweit noch einmal 900 Stellen von insgesamt etwa 26.000 abbauen.

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