Montag, 25. Mai 2020

Die Steuer-Kolumne Geschäftsessen richtig absetzen

Kennen Sie den Begriff des "Spesenritters"? Der Betriebsprüfer wird immer besonders neugierig, wenn er eine Restaurantrechnung als Beleg entdeckt. Steuerzahler sollten genaue Angaben machen und einige Regeln beherzen, dann schmeckt das Geschäftsessen noch besser.

Nicht nur die Geschäftsleute, die versuchen, mit den Bewirtungsbelegen ein illegales Zusatzgeschäft zu machen, können Probleme bekommen. So mancher ehrliche Geschäftsmann hat sich schon im Gestrüpp der Bestimmungen verheddert.

 Steuerexperte Hartmut Fischer
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Steuerexperte Hartmut Fischer
Das beginnt schon damit, dass man einen grundsätzlichen Unterschied zwischen einem bewirteten Kunden und einem Mitarbeiter machen muss, den man zum Essen einlädt. Dies kann nämlich einen so genannten geldwerten Vorteil darstellen, der dann lohnsteuer- und sozialversicherungspflichtig werden kann.

Doch bevor wir uns der Bewirtung eines Mitarbeiters zuwenden, wollen wir zunächst den häufiger eintretenden Fall näher durchleuchten.

Die Kosten eines Geschäftsessens inklusive der Nebenkosten - hierzu gehören beispielsweise die Zigaretten oder auch eventuell anfallende Kosten für die Aufbewahrung der Garderobe - können Sie zu 70 Prozent absetzen. Der Rest muss aus Ihrer Tasche finanziert werden.

Bewirtung von Geschäftspartnern

Dabei ist aber zu beachten, dass dies nur bei einer Bewirtung im Restaurant gilt. Laden Sie den Geschäftspartner zu sich nach Hause ein, können Sie keine Kosten geltend machen.

Doch was ist ein Geschäftspartner? Nun, in diesem Falle handelt es sich - vereinfacht ausgedrückt - um jede Person, mit der Sie in Geschäftsbeziehung stehen oder mit der Sie eine Geschäftsbeziehung planen. Dabei ist es für die letztgenannte Personengruppe nicht von Bedeutung, ob die geplante Beziehung auch wirklich zu Stande kommt. Ein Mitarbeiter gilt in keinem Fall als Geschäftspartner.

Das Finanzamt prüft bei den Belegen über Restaurantausgaben anlässlich eines geschäftlich veranlassten Essens, ob die Restaurantrechnung den gesetzlichen Bestimmungen entspricht, ob das Essen wirklich geschäftlich veranlasst war, und ob mindestens eine der teilnehmenden Personen ein Geschäftspartner ist.

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