Sonntag, 31. Mai 2020

Die Steuer-Kolumne Geschäftsessen richtig absetzen

4. Teil: Und was ist mit den Mitarbeitern?

Und was ist mit den Mitarbeitern?

Mitarbeiter werden nicht als Geschäftspartner angesehen. Deshalb können Sie die Kosten hier auch zu 100 Prozent als Betriebsausgaben geltend machen. Die Bestimmungen für die entsprechenden Belege sind hier nicht so streng wie bei einem Geschäftsessen.

Nichtsdestotrotz sind Sie auch noch nach Jahren bei einer Betriebsprüfung verpflichtet, die Gründe für ein Mitarbeiteressen dokumentieren zu können. Sie sollten deshalb auch hier größte Genauigkeit walten lassen.

Den geldwerten Vorteil haben wir bereits kurz angesprochen. Sie müssen deshalb auf die entsprechenden Freigrenzen Rücksicht nehmen, um hier nicht in die Falle zu laufen, dass das Essen plötzlich auch noch lohnsteuer- beziehungsweise sozialversicherungspflichtig wird.

Freigrenzen beachten

Eine Einladung für einen Mitarbeiter stellt zunächst einen geldwerten Vorteil in Form eines Sachbezuges dar, wenn dies eine Belohnung für seine Leistung sein soll. Die Freigrenze der Sachbezüge liegt derzeit bei 44 Euro pro Monat (Paragraf 8 Absatz 2 EStG). Wird dieser Betrag durch das Essen oder durch das Essen und weitere Sachbezüge überschritten, müssen auf den gesamten Betrag (also nicht abzüglich 44 Euro!) Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträge bezahlt werden.

Neben dem "Belohnungsessen" (siehe oben) erkennt das Finanzamt auch Arbeitsessen an, die auf Grund eines außergewöhnlichen Einsatzes gewährt werden. Dies kann zum Beispiel bei einer Messe der Fall sein, wenn Sie als Arbeitgeber daran interessiert sind, dass der Mitarbeiter möglichst rasch wieder am Messestand erscheint, um dann wieder möglichst bald mitzuarbeiten.

Ein solches arbeitsbedingtes Essen gilt nicht als Sachbezug und wird auch nicht als geldwerter Vorteil angesehen, da das Essen im Interesse der Firma bezahlt wird. Allerdings gibt es auch hier eine Obergrenze: Nach Paragraf 19 EStG liegt sie bei 40 Euro.

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