Mittwoch, 1. April 2020

Die Steuer-Kolumne Geschäftsessen richtig absetzen

2. Teil: Die korrekte Restaurantrechnung

Die korrekte Restaurantrechnung

Sorgen Sie dafür, dass Sie eine maschinell erstellte Rechnung erhalten. Diese ist Vorschrift. Die Rechnung muss die folgenden Bedingungen erfüllen:

Lohnendes Essen: Achten Sie bei Geschäftsessen auf vollständige Rechungen
  • Name und komplette Anschrift des Restaurants, in dem die Bewirtung stattfand,
  • Steuernummer oder Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (USt-IdNr) des Restaurants,
  • Name und Anschrift des Rechnungsempfängers, diese Daten dürfen auch handschriftlich ergänzt werden,
  • Ausstellungsdatum der Rechnung,
  • eine maschinell vergebene Rechnungsnummer,
  • Datum der Bewirtung, hierauf kann verzichtet werden, wenn es mit dem Ausstellungsdatum identisch ist,
  • Menge und Art aller Speisen und Getränke,
  • Nettoentgelt,
  • Mehrwertsteuersatz in Prozent,
  • Mehrwertsteuerbetrag in Euro.
Diese Rechnung muss nun von Ihnen um die Namen aller Teilnehmer an dem Essen ergänzt werden. Es empfiehlt sich, in Klammern die Firma zu vermerken, um den Geschäftspartner eindeutig zu identifizieren. Zusätzlich muss der konkrete geschäftliche Anlass der Bewirtung genannt werden.

Die meisten Restaurantrechnungen bieten die Möglichkeit, diese Daten auf der Rückseite einzutragen. Sie können aber auch ein Blatt mit der Rechnung fest verbinden. Eine Büroklammer reicht dazu nicht aus: Sie müssen schon zum Klebestreifen oder zum Tacker greifen.

Was ist mit der Vorsteuer?

Wie bereits geschildert, können Sie von einer solchen Rechnung 70 Prozent des Nettobetrags geltend machen. Die restlichen 30 Prozent müssen Sie selbst finanzieren.

Entsprechend wurden in der Vergangenheit bei den Betriebsausgaben auch nur 70 Prozent als Vorsteuer anerkannt und angesetzt. Doch diese Regelung wurde vom Finanzgericht München mit Beschluss vom 25. Januar 2003 (14 V 3486/02) aufgehoben, da sie gegen EU-Recht verstößt.

Nach den EU-Richtlinien dürfen die Mitgliedstaaten nämlich die Vorsteuerausschlüsse beibehalten, die zum Zeitpunkt des In-Kraft-Tretens der Richtlinie (1. Januar 1979) in den innerstaatlichen Rechtsvorschriften vorgesehen waren. Weitere Einschränkungen des Vorsteuerabzugs, abgesehen von denjenigen, die in der 6. EU-Richtlinie selbst vorgesehen sind, sind nicht zulässig.

Sie können also die kompletten Steuersätze als Vorsteuer geltend machen. Weisen Sie jedoch das Finanzamt unter Bezugnahme auf das oben genannte Urteil darauf hin, dass Sie den vollen Steuersatz in Anrechnung bringen.

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