Milliardendeal KKR greift sich ATU

Die US-Investorengruppe Kohlberg Kravis Roberts (KKR) kauft für 1,45 Milliarden Euro die Autowerkstattkette Auto-Teile-Unger (ATU). Erst vor wenigen Wochen hatte ATU den geplanten Börsengang verschoben. Doch auch KKR hat mit der Werkstattkette einiges vor.

Weiden - Käufer von ATU sei für 1,75 Milliarden Dollar (1,45 Mrd Euro) die Investorengruppe KKR, teilte der bisherige Mehrheitsaktionär, die britische Beteiligungsgesellschaft Doughty Hanson, am Mittwoch mit. Die ATU Autoteile Unger AG hatte erst vor vier Wochen ihren geplanten Börsengang verschoben und dies mit den "schwierigen Marktbedingungen für Neuemissionen" begründet.

Experten hatten das mögliche Volumen des Börsengangs auf mindestens eine Milliarde Euro geschätzt. Die für einen erfolgreichen Börsengang erforderliche Bewertung würde allerdings nicht dem tatsächlichen Wert des Unternehmens entsprechen, hatte ATU-Vorstandsvorsitzender Werner Aichinger gesagt.

Börsengang in fünf bis sieben Jahren

Die Summe, die KKR für ATU zahlt, liegt deutlich höher. KKR will Auto-Teile-Unger nun selbst innerhalb der nächsten fünf bis sieben Jahre an die Börse bringen, wie ein Sprecher der US-Investorengruppe am Mittwoch mitteilte.

ATU war 1985 in Weiden als Familienunternehmen gegründet worden und hat sich seitdem zur größten herstellerunabhängigen Werkstattkette in Deutschland entwickelt. Die britische Beteiligungsgesellschaft Doughty Hanson hatte die Mehrheit im Juli 2002 übernommen. ATU betreibt 461 Werkstätten und hat mehr als 12.000 Mitarbeiter.