Deutsche Bank Ein Rückkaufprogramm jagt das nächste

Gerade hat Deutschlands größte Bank ihr milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm beendet, wird nun bereits das nächste angekündigt. An der Börse werden die Pläne mit einem Kursaufschwung honoriert.

Frankfurt am Main - Bis zum 28. Juni 2004 seien insgesamt rund 58,19 Millionen Aktien oder zehn Prozent des Grundkapitals zu einem durchschnittlichen Preis von 64,62 Euro zurückgekauft worden, teilte die Deutsche Bank  am Mittwoch mit. Dafür sei ein Gesamtbetrag von 3,76 Milliarden Euro aufgewendet worden.

Der Vorstand der Bank habe beschlossen, 38 Millionen Aktien einzuziehen. Durch die Herabsetzung des Grundkapitals werde dieses in Zukunft aus rund 543 Millionen Aktien bestehen. Die nicht eingezogenen Papiere seien vor allem für Vergütungen der Mitarbeiter eingesetzt worden.

Das Frankfurter Kreditinstitut kündigte weiter an, auch in Zukunft eigene Aktien am Kassamarkt oder über Derivate aufzukaufen. Die diesjährige Hauptversammlung hatte die Bank ermächtigt, bis zu 45,5 Millionen Aktien oder 8,4 Prozent des reduzierten Grundkapitals zu erwerben. Dieses Programm läuft bis November 2005.

"Mit der kürzlichen Dividendenerhöhung und der Fortsetzung unserer Aktienrückkäufe führen wir den eingeschlagenen Weg fort, Überschusskapital zeitnah an unsere Aktionäre zurückzugeben", sagte Bankchef Josef Ackermann. Die Deutschen Bank hat in den vergangenen Jahren Milliarden aus dem Verkauf von Randaktivitäten und Beteiligungen erlöst. Bei den Rückkäufen werde die Bank darauf achten, dass die Kernkapitalquote nicht unter die Spanne von acht bis neun Prozent sinkt, hieß es.

Aktie klettert ins Plus

Marktteilnehmer reagierten größtenteils positiv auf die Ankündigung der Deutschen Bank. Der Aktienkurs stieg am Mittwochvormittag um 0,6 Prozent auf 65,58 Euro.

"Dies stützt den Kurs der Aktie, aber nach oben ist auch nicht mehr viel drin", sagte ein Händler. Ein Düsseldorfer Börsianer äußerte sich ebenfalls optimistisch: "Das hört sich nicht schlecht, denn die Deutsche Bank stärkt damit ihre Akquisitionswährung." Ein Marktbeobachter hob hervor, dass mit der verminderten Anzahl an Deutsche-Bank-Aktien der Gewinn je Aktie und die Dividende gesteigert werde. "Die Aktie wird dadurch attraktiver."

Kritischer äußerte sich Analyst Metehan Sen vom Bankhaus Sal. Oppenheim: "Die Deutsche Bank kann momentan nichts besseres mit ihrem Geld anfangen als Aktien zurückzukaufen, während andere Banken in strategische Akquisitionen investieren und expandieren, wie HSBC  oder Royal Bank of Scotland ." Ein Händler aus Frankfurt beleuchtete einen weiteren Aspekt: "Ich denke, die wollen sich dadurch vor Übernahme schützen." Schlecht sei der Schritt für die Dax-Gewichtung, da der Streubesitz abnehme.