Continental Phoenix-Übernahme geglückt

Die Übernahme des Hamburger Autozulieferers Phoenix durch Continental ist nach einer tagelangen Zitterpartie in letzter Minute geglückt. Für Phoenix-Aktionäre greift nun die "Zaunkönig-Regel".

Hannover - Bis zum Ende der Angebotsfrist in der Nacht zum Dienstag hätten knapp mehr als 75 Prozent der Phoenix-Aktionäre ihre Aktien angeboten, teilte der im Dax notierte Automobilzulieferer Continental am Dienstagnachmittag in Hannover mit. Die Conti-Aktie  tendierte bis zum frühen Abend kaum verändert.

Conti hatte einen Erfolg des Übernahmeversuchs davon abhängig gemacht, dass sie mindestens eine Dreiviertelmehrheit an Phoenix erhält und hätte die Übernahme nach eigenen Angaben andernfalls platzen lassen. Der Hannoveraner Konzern zahlt den Phoenix-Aktionären 15 Euro je Aktie.

Mit der Dreiviertelmehrheit hat Conti nach eigenen Angaben nun eine qualifizierte Mehrheit erreicht, die bei Phoenix weit reichende Gestaltungsmöglichkeiten eröffne. Der Erfolg der Übernahme hänge jetzt nur noch vom Ausgang des kartellrechtlichen Verfahrens der EU-Kommission ab. Die endgültige Zahl der bis zum Ende der Annahmefrist angebotenen Phoenix-Aktien will Conti am Sonnabend, dem 3. Juli, in der "Börsen-Zeitung" veröffentlichen.

Zaunkönig: Verlängerung der Frist

Durch das Überschreiten der Annahmeschwelle von 75 Prozent schließt sich die gesetzlich vorgeschriebene zweiwöchige Fristverlängerung (Zaunkönigregel) an. Zwischen dem 4. und 19. Juli können nun alle Phoenix-Aktionäre ihre Papiere noch Conti anbieten.

"Wir sind zuversichtlich, dass es auch beim kartellrechtlichen Verfahren keine grundsätzlichen Probleme geben wird", sagte Conti-Chef Manfred Wennemer. Sein Unternehmen werde den Phoenix-Aktionären 15 Euro pro Aktie zahlen, sobald die EU für die Übernahme grünes Licht gebe. Hiermit rechnet Wennemer spätestens im Oktober dieses Jahres.

Der Phoenix-Vorstand hatte in einer Stellungnahme "die industrielle Logik" der Übernahme anerkannt, den Aktionären aber keine Empfehlung gegeben. Conti hofft durch die Verschmelzung der Phoenix AG mit der eigenen Sparte ContiTech auf Synergieeffekte in Höhe von rund 30 Millionen Euro jährlich und schließt nach einer Übernahme einen Börsengang der dann deutlich größeren ContiTech nicht aus.